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39.3 Das Schlangenkind – oder: Eben nicht der Froschkönig

Auch in der albanischen Erzähltradition gibt es wunderschöne Zaubermärchen. Allerdings musste ich dafür in einem anderen Buch Märchen sammeln gehen. Lest selbst…

Das Schlangenkind

Es war einmal ein König, der bekam keine Kinder, er hatte aber einen Wesir, der drei Mädchen hatte, und die Frauen der beiden hatten sich einander sehr lieb. Da geschah es eines Tages, dass sie zusammen in einen Garten gingen, um daselbst den Tag zu verbringen, und während sie dort miteinander aßen und tranken, sprach die Königin zur Wesirsfrau: „Du hast drei Mädchen, und wenn ich nur einen Sohn hätte, würden wir nicht Schwägerschaft miteinander machen, da wir uns so lieb haben?“ Und jene antwortete: „Ach ja, das wäre sehr schön, wenn du nur einen Sohn hättest, aber leider hat dir unser Herrgott keinen geschenkt.“ Da rief die Königin: „Ach, ich wollte, dass mir Gott einen Sohn schenkte, und wenn es auch eine Schlange wäre.“

An demselben Abend schlief die Königin bei dem König, und ihr Leib wurde gesegnet, und als ihre Zeit kam, gebar sie eine Schlange, so wie sie sich es gewünscht hatte. Diese wuchs schnell heran und sprach eines Tages zu ihrer Mutter: „Höre, Mutter, erinnerst du dich, was du mit der Wesirsfrau verabredet hast, als ihr zusammen in jenem Garten wart? Ich will eine von ihren Töchtern zur Frau, gehe also hin und werbe für mich um die älteste.“

Da machte sich die Mutter auf und ging zur Wesirsfrau und sprach: „Ich wünschte deine älteste Tochter zur Schwiegertochter für meinen Sohn.“ Da erwiderte jene: „Was, ich sollte meiner Tochter eine Schlange zum Manne geben? Das wird nimmer geschehen, gehe deiner Wege und sprich nicht mehr davon.“ Da kehrte die Königin ganz traurig zu ihrem Sohne zurück und sprach: „Sie will dich nicht.“

Darüber vergingen ein paar Jahre, dann aber sprach die Schlange wiederum zu ihrer Mutter: „Höre, Mutter, gehe noch einmal zur Wesirsfrau und sage ihr, dass sie mir ihre zweite Tochter zur Frau geben solle.“ Da machte sich die Mutter wiederum auf, ging zu der Wesirsfrau und sprach: „Mein Sohn schickt mich und hält um deine zweite Tochter an.“ Über diesen Antrag aber wurde jene sehr ungehalten und sprach: „Schere dich deiner Wege und sprich mir nicht mehr davon, dass ich meinen Töchtern eine Schlange zum Manne geben solle.“ Da kehrte die Königin betrübt nach Hause zurück und sagte zu ihrem Sohne: „Sie will dich nicht.“

Als nun wieder ein paar Jahre vorüber waren, da sprach die Schlange zu ihrer Mutter: „Höre, Mutter, gehe noch einmal zur Wesirsfrau und sage ihr, sie solle mir ihre dritte Tochter geben, und wenn sie das nicht täte, so würde ich eines Nachts in ihr Haus kommen und sie alle umbringen.“ Da machte sich die Mutter auf, ging zur Wesirsfrau und richtete ihr unter vielen Tränen den Auftrag ihres Sohnes aus. Als die Wesirsfrau das hörte, erschrak sie sehr und wusste nicht, was sie tun sollte, denn gibt sie das Mädchen nicht her, so kommt die Schlange und bringt sie alle ums Leben, und gibt sie es her, so fürchtet sie, dasselbe in den Tod zu schicken. Sie riefen also das Mädchen herbei und fragten sie: „Höre, mein Kind, willst du die Schlange der Königin zum Manne nehmen?“ Das Mädchen aber erwiderte: „Ich will mir es überlegen.“

Darauf ging das Mädchen zu einer klugen alten Frau, erzählte ihr den Hergang und fragte sie, was sie tun solle. Die Alte aber sprach: „Sage ja, mein Töchterchen, denn das ist gar keine Schlange, sondern ein Mann, der in der ganzen Welt seinesgleichen nicht hat. In der Brautnacht musst du aber vierzig Hemden anziehen, denn die Schlange hat vierzig Häute, und wenn ihr dann zu Bette geht und sie zu dir sagt: ‚Ziehe dich aus‘, so musst du antworten: ‚Ziehe dich auch aus.‘ Da wird dein Mann eine Haut ausziehen, und du musst es mit dem obersten Hemde ebenso machen, und so musst du fortfahren, bis er die vierzigste Haut abgezogen hat, dann sollst du sehen, was für ein schöner Mann vor dir steht.“ Weiterlesen

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36.4 Kamer-taj, das Mondross – ein herzschmelzendes Zaubermärchen

In der goldenen Mitte der türkischen Märchenwoche gibt es ein wunder-, wunderschönes Zaubermärchen mit allen besten Zutaten, also einem sich opfernden Helfertier, einer hinreißenden Liebesgeschichte mit allerlei Verwicklungen und einem ordentlichen Bösewicht, nämlich einem Dew.

Dews sind laut Herrn Kunos eine grausige Mischung aus Riese und Teufel und somit – von Ausnahmen abgesehen – keine netten Zeitgenossen. Dews verstecken sich gerne an ebenso grausigen, düsteren Orten, also z.B. Höhlen oder verfallenen Brunnen – und essen am liebsten Menschenfleisch und zwar am allerliebsten von zarten Sultanstöchtern. Guten Appetit oder besser: Lest selbst… 🙂

Kamer-taj, das Mondross

Es war einmal wo’s nicht war, der Lügen gibt’s ja viel hier auf Erden, es war einmal ein Padischah. Wie es nun geschah, genug er suchte und fand einmal eine – Laus. In damaliger Zeit wusste man noch nicht, was eigentlich eine Laus sei.

Der Padischah rief seinen Lala herbei, sie guckten sich das Tierchen an, was das wohl sein könne und womit es sich nähre? Vielleicht gar mit Menschenblut? Jeden Tag schlachteten sie daher ein Tier, nährten mit demselben die Laus, die so lang wuchs, bis sie so groß wie eine Katze ward. Dann fingen sie sie, zogen ihr das Fell ab und hingen dasselbe an’s Tor des Palastes und ließen verkündigen, dass wer es errate, von welchem Tiere das Fell sei, der würde des Padischahs Tochter zur Gattin erhalten.

Viel Volk versammelte sich, man guckte sich das Fell von allen Seiten an, aber es fand sich niemand, der Antwort auf die Frage geben konnte. Die Kunde von diesem Felle verbreitete sich so sehr, dass auch ein Dew davon erfuhr. „Das kommt mir gerade recht,“ dachte er sich, „seit drei Tagen habe ich nicht gegessen, wenigstens sättige ich mich an der Sultanstochter.“ Er ging also zum Padischah, sagte ihm den Namen des Felles und verlangte sofort die Maid. „O wehe!“ jammerte der Padischah, „wie soll ich diesem Dew meine einzige Tochter geben!“ Er versprach ihm als Lösegeld für seine Tochter so viele Sklaven, als er nur haben wollte, aber alles vergeblich! Den Dew gelüstete es nach der Sultanstochter. Der Padischah ließ also seine Tochter herbeirufen und teilte ihr mit, dass sie sich zur Reise rüsten solle, denn ihr Kismet habe sie einem Dew bestimmt. Vergeblich war alles Jammern und Weinen; man kleidete die Jungfrau an, während der Dew voraus ging, um auf dem Wege die Maid zu erwarten und zu übernehmen.

Der Padischah hatte ein Ross, das man anstatt mit Wasser stets mit Rosenöl tränkte, dem man anstatt Heu stets Weinreben zu fressen gab. Mondross (Kamer-taj) war sein Name. Auf diesem Rosse wollte die Sultanstochter sich zum Dew begeben; sie wurde auf’s Ross gesetzt, Reiter gaben ihr das Geleite bis zur Wohnung des Dew. Als sie sich dem Dew näherten, kehrten die Reiter um und ließen die Maid auf dem Rosse zurück. Die begann zu beten, zu Allah zu flehen, damit er sie von dieser Teufelsbrut befreie. Da begann plötzlich das Mondross zu sprechen: „O Herrin, fürchte dich nicht! Schließe beide Augen und packe meine Mähne fest an.“ Kaum dass sie ihre Augen schloss, so erhob sich das Ross, flog mit ihr von dannen und als sie die Augen öffnete, befand sie sich in einem Garten vor einem schönen Palaste, der weit draußen auf einer Insel im Meere sich befand. Der Dew ärgerte sich über das Verschwinden der Maid. „Ich werde dich schon finden!“ murmelte er und trollte heim. Weiterlesen

36.1 Der lachende und der weinende Apfel – als Beginn der türkischen Märchenwoche

Türkische Märchen sollte es eigentlich schon im November letzten Jahres zu lesen geben, aber dann fielen sie dem Päuschen zum Opfer. Aber da aufgeschoben ja bekanntlich nicht aufgehoben ist, werden sie nun nachgereicht.

Los geht es heute mit einem türkischen Zaubermärchen nach international bewährten Muster, nämlich mit drei konkurrierenden Brüdern. Allerdings scheint am Ende der Niederschrift die Sache etwas wirr zu werden; vielleicht wurde hier in der Übersetzung gekürzt für europäische Moral. Aber lest selbst…

Der lachende und der weinende Apfel

Vor alten Zeiten lebte ein Padischah, der hatte drei Söhne. Eines Tages saß der jüngste im Kiosk, neben welchem eine Quelle war. Da kam eine alte Frau zur Quelle, um Wasser zu schöpfen. Der Jüngling warf mit der Schleuder einen Stein nach ihrem Krug und zerbrach ihn. Die alte Frau sagte gar nichts, ging fort, nahm einen andern Krug und ging damit abermals zur Quelle. Der Jüngling schleuderte wieder einen Stein an den Krug, welcher zerbrach, worauf die Frau wegging. Tags darauf kommt die Frau wieder mit einem Krug zum Brunnen, und als der Junge die Frau erblickte, holte er wieder einen Stein hervor, schleuderte ihn ab und zerbrach damit den Krug. Nun sprach endlich die alte Frau: „Ich wünsche dir vom Schöpfer, dass du dich in den lachenden und in den weinenden Apfel verliebest.“ Damit ging sie fort.

Kaum waren ein, dann fünf Tage verstrichen, da taten die Worte der Frau schon ihre Wirkung und der Königssohn verliebte sich in den lachenden und in den weinenden Apfel. Von Tag zu Tag wurde er bleicher und siecher. Als sein Vater hörte, dass er erkrankte, ließ er Hodschas und Ärzte holen, aber sie konnten seine Krankheit nicht verstehen. Eines Tages kam wieder ein Arzt, der sagte dem Padischah, dass der Jüngling liebeskrank sei. Der Padischah ging zu seinem Sohne und fragte ihn, was ihm fehle, denn wer nicht sagt, was ihm fehle, für den gibt es kein Heilmittel. Hierauf sagte der Jüngling, dass er in den lachenden und in den weinenden Apfel verliebt sei. „Was sollen wir tun!“ fragte der Vater, „wo sind die zwei Äpfel zu finden?“ Da sprach der Jüngling: „Ich will hingehen und sie aufsuchen, gib du mir nur die Erlaubnis dazu.“ Der Vater suchte ihn davon abzureden, da er sich doch so krank nicht auf den Weg machen könne und nicht wisse, wo die Äpfel zu finden sind. Allein der Jüngling blieb hartnäckig dabei, dass er sie unbedingt finden würde. Da auch seine zwei älteren Brüder mit ihm gehen wollten, so willigte der Vater endlich ein und eines Tages machten sie sich auf den Weg. Weiterlesen

34.7 Käthe und der Teufel

Zum Abschluss nochmal die Highlights – Dudelsack und Teufel – in einem angemessen reizenden Zaubermärchen. Aber lest selbst…

Käthe und der Teufel

In einem Dorfe war eine Bäuerin, Namens Käthe. Sie besaß eine Hütte, einen Garten und dazu noch einiges Geld; aber hätte sie ganz in Gold gesteckt, würde sie doch kein Bursche gemocht haben, selbst der ärmste nicht, weil sie schlimm war wie der Teufel, und ein böses Maul hatte. Sie lebte mit einer alten Mutter, und brauchte manchmal Hilfe; aber hätte wen ein Kreuzer retten können, und sie Dukaten gezahlt, wär’ ihr dennoch niemand beigesprungen, weil sie jeder Kleinigkeit wegen gleich zankte und kniff, dass es zehn Meilen weit zu hören war. Zu allem dem war sie garstig, und so blieb sie sitzen, bis sie allmählich vierzig zählte.

Wie’s meistenteils in Dörfern zu sein pflegt, dass jeden Sonntag nachmittags Musik aufspielt, so war’s auch hier; wenn sich beim Richter oder in der Schenke der Dudelsack hören ließ, war die Stube gleich von Burschen voll, in der Hausflur und vor dem Hause standen Mädchen, an den Fenstern Kinder. Aber die erste von allen war Käthe. Die Burschen winkten den Mädchen, und die traten dann ins Rad: Käthen war solch Glück ihr Lebtag nie widerfahren, obwohl sie den Dudelsackpfeifer vielleicht selbst bezahlt hätte, aber trotz dem ließ sie keinen einzigen Sonntag aus. Eines Tages ging sie wieder, und dachte unterwegs bei sich: „Bin schon so alt, und hab’ noch nie mit einem Burschen getanzt; ist das nicht zum Ärgern? Fürwahr, heut’ möcht ich meinethalben mit dem Teufel tanzen.“

Grimmig kam sie in die Schenke, setzte sich zum Ofen und schaute, wie die Bursche die Mädchen zum Tanze wählten. Auf einmal trat ein Herr im Jägergewand in die Stube, setzte sich unweit von Käthen zum Tisch und ließ sich einschenken. Die Aufwärterin brachte Bier, und der Herr nahm’s und trug Käthen zu trinken hin. Käthe wunderte sich ein Weilchen, dass ihr der Herr solche Ehre erweise; ein Weilchen sträubte sie sich, doch endlich trank sie und zwar gern. Der Herr stellte den Krug hin, zog aus der Tasche einen Dukaten, warf ihn dem Dudelsackpfeifer zu, und rief: „Ein Solo!“ Die Bursche treten auseinander, und der Herr nimmt sich Käthen zum Tanze.

„Ei, zum Kuckuck, wer ist das doch?“ fragten die Alten und steckten die Köpfe zusammen; die Burschen verzogen den Mund und die Mädchen verkrochen sich, eins hinter dem andern, und nahmen die Schürze vor’s Gesicht, dass Käthe nicht sehe, wie sie sie auslachen. Aber Käthe sah niemanden, sie war froh, dass sie tanzte, und hätte sie die ganze Welt ausgelacht, so würde sie sich nichts daraus gemacht haben. Den ganzen Nachmittag, den ganzen Abend tanzte der Herr nur mit Käthen, kaufte ihr Pfefferkuchen und Rosoglio,* und als die Zeit zum Nachhausegehen kam, begleitete er sie durch’s Dorf. Weiterlesen

34.3 Der Lange, der Breite und der Scharfäugige

Nach dem historisch spannenden, aber sprachlich nicht zu mitreißenden Zitek und dem gestrigen Tiermärchen gibt es heute ein Zaubermärchen, das genauso schön ist, wie man es sich von einem tschechischen Märchen erwartet. Aber lest selbst…

Der Lange, der Breite und der Scharfäugige

Es war ein König, und er war schon alt, und hatte nur einen einzigen Sohn. Einst berief er den Sohn vor sich und sprach zu ihm: „Mein lieber Sohn, Du weißt wohl, dass reifes Obst abfällt, um anderem Platz zu machen. Mein Haupt reift auch allmählich, und vielleicht wird es die Sonne bald nicht mehr bescheinen; aber eh’ ich sterbe, möcht’ ich doch noch gern meine künftige Tochter, Deine Gemahlin, kennenlernen. Nimm Dir ein Weib, mein Sohn!“ Und der Königssohn sprach: „Gern, o Vater, möcht’ ich Deinen Willen vollziehen; doch ich habe keine Braut, ich kenne keine.“ Da griff der alte König in die Tasche, zog einen goldenen Schlüssel heraus, und gab ihn dem Sohne: „Geh’ in den Turm hinauf, in’s oberste Stockwerk, blick’ dort um Dich, und sag’ mir welche Braut Du am liebsten hättest.“

Der Königssohn säumte nicht, und ging. Noch nie in seinem Leben war er dort oben gewesen, und hatte auch nie gehört, was es dort gebe. Als er hinauf kam bis in das letzte Stockwerk, sah er an der Decke eine kleine eiserne Tür gleich einem Deckel, und sie war verschlossen; die öffnete er mit dem goldenen Schlüssel, hob sie in die Höhe, und trat über sie empor. Da war ein großes, rundes Gemach, die Decke blau wie der Himmel in heitrer Nacht, silberne Sterne glänzten an ihr; der Fußboden war mit einem grünen Seidenteppich überzogen, und rings in der Mauer waren zwölf hohe Fenster in goldenen Rahmen, und in jedem Fenster auf kristallenem Glas war eine Jungfrau mit Regenbogenfarben abgebildet, mit einer Königskrone auf dem Haupt, in jedem Fenster eine andere in anderem Gewand, aber jede schöner als die andere, so dass der Königssohn ganz geblendet war. Und während er sie so voll Verwunderung betrachtete, ohne zu wissen, welche er wählen solle, da begannen sich die Jungfrauen zu bewegen, als ob sie lebendig wären, und blickten nach ihm, und lächelten ihn an, als ob sie sprechen wollten.

Da bemerkte der Königssohn, dass eins der Fenster mit einem weißen Vorhang verhüllt sei, und er zog den Vorhang weg, um zu sehen, was es dahinter gebe. Da war eine Jungfrau in weißem Gewand, mit einem Silbergürtel gegürtet, mit einer Perlenkrone auf dem Haupt; sie war die schönste von allen, aber traurig und bleich, als ob sie aus dem Grabe gestiegen wäre. Der Königssohn stand lange vor dem Bilde wie im Traum, und während er sie so betrachtete, ward ihm weh um’s Herz und er sprach: „Die will ich und keine andere!“ Und sobald er das Wort gesprochen, neigte die Jungfrau das Haupt, ward rot wie eine Rose, und in dem Augenblicke verschwanden die Bilder alle. Weiterlesen

31.4 Die Geschichte von dem Kaufmannssohne Peppino

Zum Abschluss der sizilianischen Woche gibt es noch einmal ein großartiges Zaubermärchen. Lang und schön und wie es sich gehört. Lest selbst…

Die Geschichte von dem Kaufmannssohne Peppino

Es war einmal ein Kaufmann, der war ganz unermesslich reich, und hatte so viel Schätze, dass der König nicht mehr haben konnte. Er lebte mit seiner Frau in Frieden und Eintracht, und nur Eines fehlte ihnen, sie hatten keine Kinder. Da wandte sich eines Tages die Frau an den heiligen Joseph, und sprach: „Lieber heiliger Joseph, wenn ihr mir ein Kind beschert, so will ich euch eine schöne Kirche bauen und will jedes Jahr an eurem Festtage ein großes Gastmahl* halten, und will euch ein kleines Kind von reinem Golde schenken, und mein Kind soll euren Namen führen.“ Nach einiger Zeit wurde die Frau guter Hoffnung, und als ihre Stunde kam, gebar sie einen wunderschönen Knaben, den nannte sie Giuseppe. Nun denkt euch, welche Freude der Kaufmann und seine Frau an diesem einzigen Sohne hatten! In ihrer Dankbarkeit bauten sie dem heiligen Joseph eine wunderschöne Kirche, und ließen ein kleines Kind von Gold machen, und schenkten es der Kirche. Und als der Tag des Heiligen kam, hielten sie ein großes Gastmahl, zu dem alle Stände geladen waren; die Reichen aßen mit den Reichen, die Bürger mit den Bürgern, und die Armen mit den Armen, und dieses Fest wiederholten sie jedes Jahr.

Der kleine Peppino** wuchs mit jedem Tage, und wurde so schön, wie man sonst kein Kind sehen konnte, wie konnte es auch anders sein, er war ja durch ein Wunder gemacht, ein Werk des heiligen Josephs. Als er nun 16–17 Jahre alt war, kam er eines Tages zu seinem Vater, und sprach: „Lieber Vater, ich bin nun bald 17 Jahre alt, und habe noch nichts von der Welt gesehen, darum erlaubet mir, mit dem nächsten Schiffe, das ihr absenden werdet, eine Reise zu machen, und die Welt zu sehen.“ „Ach mein Sohn, was willst du denn in der Welt? Du bist ja reich, und brauchst dich nicht zu plagen. Bleibe bei deinen Eltern, denn was sollen wir ohne dich tun?“ So jammerte der Vater, aber Peppino ließ sich von seinem Vorhaben nicht abbringen und bat immer und immer wieder, und weil er der einzige Sohn war, so konnte ihm sein Vater nichts abschlagen, und erlaubte ihm endlich, mit dem nächsten Schiffe zu verreisen. Als aber die Mutter hörte, dass ihr einziger Sohn verreisen wolle, fing sie laut an zu jammern und zu weinen: „Ach, soll ich meinen Sohn dem verräterischen Meere anvertrauen?“ Doch vergebens, Peppino ließ sich nicht bewegen, da zu bleiben.

Als nun der Vater wieder ein Schiff abzusenden hatte, ließ er es schön ausrüsten für seinen Sohn, rief den Kapitän, und sprach zu ihm: „Ich empfehle dir meinen Sohn, du bist mir für ihn verantwortlich. Wenn du ihn mir gesund wiederbringst, so will ich dich fürstlich dafür belohnen.“ Der Kapitän versprach, aus allen Kräften für Peppino zu sorgen, und so reisten beide ab. Nun wollte es das Unglück, dass sie kaum einige Tage gefahren waren, als sich ein furchtbarer Sturm erhob, und der Kapitän meinte, das Schiff werde untersinken. Da ließ er ein kleines Boot in das Meer hinab, und dachte auf diese Weise den Sohn seines Patrons zu retten; kaum war aber Peppino in das Boot gestiegen, als dieses umschlug, und der Jüngling spurlos verschwand. Der Kapitän suchte auf allen Seiten, um ihn zu retten, Peppino kam aber nicht wieder zum Vorschein. Weiterlesen

30.4 Der Zimmermann und das Amulett

Zum Abschluss einer weiteren kurzen Märchenwoche ein wunderschönes Zaubermärchen. Lest selbst…

Der Zimmermann und das Amulett

Es war einmal ein Zimmermann mit Namen Makame, welcher Bäume beschlug. Er ging in den Wald und schnitzte aus einem Mvinya-Baume das Ebenbild eines Menschen mit Fingern, Ohren, Nase, Augen, Mund und Kinn. Dann rief er einen Lehrer, der den Koran darüber las, und siehe da – plötzlich verwandelte sich der Baumstamm in ein lebendes Wesen. Dann rief er einen Tuchweber, der es bekleidete; und als er es mit nach Hause brachte, da war es eine sehr schöne Frau. So wie sie gab’s keine mehr.

Makame hielt sie einst im Walde verborgen, und als andere Leute dort vorbeikamen, sahen sie sie und nahmen sie mit. Als Makame mit seinen Holzlasten zurückkehrte, schaute er sich allenthalben nach seiner Frau um, fand sie jedoch nicht. Er weinte sehr und begab sich zur Stadt zurück und blieb in seinem Hause.

Jene Frau sprach nichts dort, wo sie hingeschleppt worden war; sie war wie eine Stumme. Sie sprachen zu ihr: „Wie kommt es, dass Du Frau nicht redest?“ Sie sagte jedoch nichts. Viele Leute kamen und besuchten sie und sprachen mit ihr, sie schwieg jedoch immer; sie sprach weder noch freute sie sich, noch lachte sie.

Makame suchte überall seine Frau, die er aus einem Baume geschnitzt hatte; und die Frau suchte jemand, der ihr ihren Mann ausforschen und zurückgeben könnte. Als Makame nun auch dorthin kam, wo seine Frau war, und sie sah, erkannte er sie sofort als seine Frau wieder. Da sprach er zu jenen: „Jemand, der die Bedeutung nicht kennt, dem wird sie auch nicht gesagt; ich möchte nämlich diese Frau haben, welche nicht spricht, vielleicht ist sie gestohlen worden und sehnt sich nach ihrem Manne, deshalb spricht sie nicht; ich wünsche, dass wir einen Schein schreiben, dass, wenn sie nicht spricht, Ihr mit meinem Kopf machen könnt, was Ihr wollt, spricht sie aber, so gehört diese Frau mir.“ Sie setzten einen Vertrag auf und jede Partei nahm den ihrigen an sich. Weiterlesen

26.1 Wie der Molo die Rosenrot stahl – nämlich in chinesischen Märchen

Erstmal schlechte Nachrichten für euch, aber eigentlich gute für mich. Meine Doktorarbeit ist jetzt echt auf den letzten Metern, was aber heißt nochmal richtig ranklotzen. Damit nicht noch mein einziger freier Tag in Stress ausartet, habe ich beschlossen, der Märchensammler muss weniger arbeitsintensiv werden für den Moment. Also gibt es nicht mehr jeden Tag ein neues Märchen, sondern im Schnitt jeden zweiten. Schauen wir mal, ob das funzt.

Jetzt aber zu den Märchen dieser Woche. Nach so vielen deutschen Fabeln geht es jetzt wieder in die Ferne, nämlich nach China. Starten tun wir mit einem Zaubermärchen. Lest selbst…

Wie der Molo die Rosenrot stahl

Zur Zeit der Tangdynastie gab es Schwertmeister verschiedener Art. Die ersten, das waren die Schwertheiligen. Sie konnten sich nach Belieben verwandeln, und ihr Schwert war wie der Blitzstrahl. Ehe sich’s die Leute versahen, waren ihre Köpfe schon gefallen. Doch waren diese Männer hohen Sinns und mischten sich nicht leicht in Weltgeschäfte ein. Die zweite Art, das waren die Schwerthelden. Sie pflegten die Ungerechten zu töten und den Bedrängten zu Hilfe zu kommen. Sie trugen einen Dolch an ihrer Seite verborgen und hatten eine Ledertasche um. Durch Zaubermittel vermochten sie Menschenköpfe in Wasser zu verwandeln. Sie flogen über die Dächer und gingen an den Wänden auf und ab. Spurlos kamen und gingen sie. Die unterste Art, das waren Mörder. Sie ließen sich dingen, wenn einer sich an seinen Feinden rächen wollte. Der Tod war ihnen etwas Alltägliches.

Der alte Drachenbart war wohl mitten zwischen der ersten und zweiten Art. Der Molo aber, von dem eine andere Geschichte erzählt, war einer der Schwerthelden.

Es lebte zu jener Zeit ein junger Mann namens Tsui. Sein Vater war ein hoher Beamter und Freund eines Fürsten. Der Vater sandte einst seinen Sohn, um seinen Freund, der krank war, zu besuchen. Der Sohn war jung und schön und wohlbegabt. Er ging hin, seines Vaters Befehle auszurichten. Als er in das Haus kam, da standen drei schöne Sklavinnen, die auf goldne Schalen rote Pfirsiche häuften, sie mit Zuckerwasser übergössen und ihm darreichten. Als er gegessen hatte, verabschiedete er sich, und der vornehme Gastfreund befahl einer Sklavin mit Namen Rosenrot, ihn zum Hofe hinauszugeleiten. Beim Gehen sah sich der junge Mann fortwährend nach ihr um. Sie blinzelte ihn lächelnd an und machte ihm mit der Hand Zeichen. Erst streckte sie drei Finger aus, dann drehte sie dreimal die Hand um, und endlich wies sie auf einen kleinen Spiegel, den sie vorn auf der Brust trug. Beim Abschied flüsterte sie ihm noch zu: „Vergiss mein nicht!“ Weiterlesen

22.7 Giolla na Choricean Gobhar oder Der Mann in dem Ziegenfelle

Zum würdigen Abschluss gibt es heute ein Zauber/Heldenmärchen mit Riesen und Prinzessinen und Prüfungen und Teufeln. Lest selbst…

Giolla na Choricean Gobhar oder Der Mann in dem Ziegenfelle

Vor langer, langer Zeit lebte in der Gegend von Enniscerthy eine alte Witwe, die war so arm, dass sie ihrem einzigen Sohn keine Kleider geben konnte und gezwungen war, ihn in ein kleines Loch neben dem Feuerherde zu setzen und mit warmer Asche zu umhüllen. Je größer er ward, desto tiefer musste sie die Grube machen; doch endlich fand sie zufällig ein Ziegenfell und band es ihm um die Lenden und sprach: „Tom, du bist jetzt ein großer Schlingel geworden, bist über sechs Fuß lang und über neunzehn Jahre alt, so dass du auch einmal etwas für mich tun kannst. Gehe also in den Wald und hole mir ein Bündel Holz!“ „Das sollst du nicht zweimal sagen,“ erwiderte Tom und ging fort.

Als er sein Bündel fertig hatte und es eben auf die Schulter nehmen wollte, kam plötzlich ein neun Fuß hoher Riese auf ihn zu und drohte ihn mit seiner Keule zu zerschmettern. Tom aber sprang schnell auf die Seite und versetzte dem Riesen unversehens einen solchen Schlag, dass er den Boden küsste. „Hast du noch etwas zu besorgen,“ sagte er dann zu ihm, „so sag’ es, ehe ich dir vollends den Garaus mache!“

„Ich habe nichts zu bestellen,“ erwiderte der Riese, „aber wenn du mir das Leben schenken willst, werde ich dir meine Keule geben und, wenn du gut und brav bleibst, so wirst du jeden Kampf, den du beginnst, damit gewinnen!“

Tom war damit vollkommen einverstanden. Er nahm die Keule in seine rechte Hand, setzte sich auf sein Holzbündel und sprach: „Da ich so viele Mühe gehabt habe, dich zusammenzuhauen, so zeige dich auch dankbar gegen mich und trage mich nach Hause.“ Er schlug mit seiner Keule aufs Bündel und augenblicklich erhob es sich vom Boden und trug ihn durch die Luft nach Hause.

Als das Holz verbrannt war, wurde Tom abermals nach dem Walde geschickt, wo er diesmal mit einem Riesen kämpfen musste, der zwei Köpfe hatte. Der Kampf war ein hartnäckiger; aber Tom blieb Sieger und der Riese schenkte ihm dafür, dass er ihm das Leben ließ, eine Wunderpfeife, die Jeden tanzen machte, der ihre Töne hörte. Tom überzeugte sich auch gleich von ihrer Zauberkraft, indem er sich auf das Holzbündel setzte und es ihn nach Hause tanzen ließ.

Beim dritten Male hatte er mit einem dreiköpfigen Kerle zu kämpfen. Als er ihn ebenfalls besiegt hatte, erhielt er zum Geschenke eine Salbe, die ihn unverbrennbar und unverwundbar machte.

„Es sind unser nur Drei,“ sagte der Riese zum Abschied, „und es wird jetzt Niemand mehr kommen, der dich im Walde stört. Hole dir also so viel Holz wie du willst.“

Tom ging nach Hause und war stolzer als zehn Pfauen. Auch wagte er sich an diesem Tage zum ersten Male auf die Straße, wo er jedoch von einigen jungen Bengeln seines seltsamen Anzuges wegen verhöhnt und ausgelacht wurde. Gern hätte er sie seine Keule fühlen lassen, aber unnützerweise wollte er doch keinen Mord begehen.

Da kam nun eines Tages ein Mann in glänzender Kleidung in das Dorf und machte bekannt, dass die Tochter des Königs zu Dublin so melancholisch sei, dass sie seit sieben Jahren nicht ein einziges Mal gelacht habe; wer sie nun drei Mal lachen mache, der würde sie zur Frau bekommen. „Das passt gerade für mich,“ sagte Tom zu sich selber, nahm Keule, Salbe und Pfeife und machte sich augenblicklich auf den Weg nach Dublin. Weiterlesen

19.1 Das Märchen vom Vogel Schar, dem Pferd mit der goldenen Mähne und vom grauen Wolf – oder: Russische Märchen

Diese Woche ist nix mehr mit Inseln. Stattdessen gibt es russische Märchen, aus denen ich schon ewig mal wenigstens einige hier vorstellen wollte. Und damit die sieben dann auch richtig zählen, geht es heute mit einem laaaaaaangen Zaubermärchen los. Lest selbst (und seid tapfer!)…

Das Märchen vom Vogel Schar, dem Pferd mit der goldenen Mähne und vom grauen Wolf

In dem Königreiche eines gewissen Kaisertums lebte ein Zar namens Wislaw Andronowitsch, welcher drei Söhne hatte. Der Älteste hieß Dmitrii Zarewitsch, der Jüngere Wasilji Zarewitsch und der Jüngste Iwan Zarewitsch.

Dieser Zar besaß solch einen prachtvollen Garten, wie in keinem Königreiche einer zu sehen war, und in welchem sehr viele seltene Bäume mit und ohne Früchten wuchsen. Einer dieser Bäume, ein Apfelbaum, war der Liebling des Zars, denn es wuchsen auf ihm goldene Äpfel.

Diesen Garten wählte auch ein Vogel namens Schar* zu seinem Aufenthalte. Dieser Vogel aber hatte goldene Federn, und Augen, welche dem Kristall des Südens gleich kamen. Er flog jede Nacht in den Garten des Zars, setzte sich auf dessen Lieblingsbaum und pflückte die goldenen Äpfel ab und entfloh mit ihnen.

Der Zar wurde sehr ergrimmt über diesen Vogel, welcher ihm bereits so viele Äpfel geraubt hatte, rief seine drei Söhne zu sich und sprach zu ihnen: „Meine lieben Kinder, wer kann mir von euch den Vogel Schar in meinem Garten fangen und wer von euch ihn fängt, dem gebe ich noch bei meinen Lebzeiten mein halbes Königreich, nach meinem Tode aber das ganze.“ Die Söhne des Zars erfreuten sich darüber gar sehr und sagten: „Gnädigster Vater, wir werden Alles aufbieten, um den Vogel Schar lebendig zu bekommen.“

Die erste Nacht wachte in dem Garten Dmitrii Zarewitsch und legte sich unter den Baum, von welchem der Vogel die Äpfel zu rauben pflegte. Er schlief aber ein und hörte es nicht, wie der Vogel Schar sich auf dem Baume niederließ. noch wie er von diesem die Äpfel raubte. Am Morgen rief der Zar Wislaw Andronowitsch seinen Sohn Dmitrii Zarewitsch und fragte ihn: „Mein lieber Sohn, hast du diese Nacht den Vogel Schar gesehen oder nicht?“ Er antwortete: „Mein lieber Vater, diese Nacht ist der Vogel Schar nicht gekommen.“

In der zweiten Nacht bewachte den Garten Wasilji Zarewitsch. Er setzte sich unter denselben Baum und nachdem er mehrere Stunden dort gesessen hatte, schlief er fest ein, dass auch er es nicht hörte, wie der Vogel Schar kam und die Äpfel raubte. Am Morgen fragte ihn der Zar: „Mein lieber Sohn, hast du diese Nacht den Vogel Schar gesehen oder nicht?“ „Lieber Vater, diese Nacht ist der Vogel Schar nicht gekommen,“ antwortete der Sohn.

In der dritten Nacht bewachte den Garten Iwan Zarewitsch und setzte sich unter den Apfelbaum und saß eine Stunde und eine zweite und eine dritte. Mit einem Mal erhellte sich der ganze Garten, als ob er mit vielen Lichtern erleuchtet würde; das war der Vogel Schar, welcher kam, um die Äpfel zu rauben. Iwan Zarewitsch saß unter dem Baum, schlich listiger Weise hinzu und erfasste den Vogel am Schweife, jedoch vermochte er ihn nicht festzuhalten. Der Vogel entriss sich ihm und entfloh, so dass dem Iwan Zarewitsch sonst nichts als eine Feder aus seinem Schweife in der Hand blieb.

Am Morgen, als der Zar Wislaw aufwachte, ging Iwan Zarewitsch zu ihm und gab ihm die Feder des Vogels. Den Zar Wislaw erfreute es sehr, dass es seinem jüngsten Sohne gelang, auch nur eine einzige Feder des Vogels zu erhalten. Diese Feder war so wunderbar und hell, dass, wenn man sie in ein dunkles Gemach brachte, selbe solche Strahlen von sich gab, dass man meinte, es sei in dem Gemache eine große Anzahl Lichter angezündet. Der Zar Wislaw legte diese Feder in sein Kabinet als ein Kleinod, welches der Aufbewahrung verdiente; der Vogel Schar jedoch kam von dieser Zeit an nicht wieder in den Garten.

Da berief der Zar Wislaw abermals seine Söhne und sprach zu ihnen: „Meine lieben Kinder, es ist Zeit, dass ihr euch jetzt auf die Reise begebt, um den Vogel Schar zu suchen. Findet ihr ihn, so trachtet ihn mir lebendig zu bringen, und was ich versprochen habe, soll demjenigen gehalten werden, der mir den Vogel Schar bringt.“ Weiterlesen