Archiv der Kategorie: Fuchs und Storch

3.7 Gevatterin Füchsin und Gevatter Storch

Aber nicht nur in Deutschland und dem westlichen Europa hat sich diese Fabel mit der Zeit häufig auch als Tiermärchen etabliert. Auf dem Weg hinaus aus Europa heute als finale Station: Russland. Auch hier sind die knappe Form und vor allem die explizite Moral der klassischen Fabel abhanden gekommen. Stattdessen begegnet ein Tiermärchen mit ätiologischen Zügen:

Gevatterin Füchsin und Gevatter Storch

Die Füchsin und der Storch hatten Freundschaft geschlossen, sie hatten auch gelegentlich miteinander Gevatter gestanden, und waren also verwandt. Eines schönen Tages fiel es der Füchsin ein, Gevatter Storch zu Gast zu bitten. „Komm, lieber Vetter, komm, mein Bester, ich will dir mit was Gutem aufwarten.“ Der Storch kam zum Schmaus. Die Füchsin hatte süßen Brei gekocht und auf Tellern ausgebreitet. Sie setzte dem Storch vor und nötigte ihn: „Iß nur, lieber Gevatter Storch! Ich hab’s selbst bereitet.“

Der Storch klappert und schnappert mit seinem Schnabel – er bekommt nichts hinein. Inzwischen aber hat die Füchsin den ganzen Brei ausgeschleckt und ausgeleckt. Der Brei war aufgegessen; da sagte die Füchsin: „Nichts für ungut, lieber Vetter, mit mehr kann ich dir leider nicht aufwarten…“

„Dank auch schön, liebe Gevatterin! Nächstens komm du zu mir zu Gast!“

Am nächsten Tage kam die Füchsin zum Storch; dieser hatte eine gute Fischsuppe gekocht und sie in einen Krug mit engem Hals gegossen. Er stellte den Krug auf den Tisch und bat: „Greift nur zu, liebe Gevatterin!“ Die Füchsin dreht und wendet sich um den Krug herum, rechtsum und linksum, und schnuppert und schleckt – sie erwischt aber nichts; sie kommt mit ihrem Kopf nicht in den Krug hinein. Der Storch aber schlürfte und schlingerte indessen mit seinem Schnabel die Suppe aus dem Krug, bis er alles aufgegessen hatte. Dann sagte er: „Na, nimm’s nicht übel, liebe Gevatterin! Aber mehr ist leider nicht da!“ Das ärgerte die Füchsin sehr: denn sie gedachte sich für die ganze Woche satt zu essen, und nun mußte sie mit hungrigem Magen nach Hause gehen. Seit dem Tage war’s mit der Freundschaft zwischen Storch und Füchsin aus!

 

Textquelle: Russische Volksmärchen. Aus dem Russischen nacherzählt von Xaver Graf Schaffgotsch. Hamburg und München: H. Ellermann [1964]. S. 17f.

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Es geht also nicht mehr um die Moral aus der Geschicht‘, die der Leser auf den eigenen Umgang mit seinen Mitmenschen beziehen soll. Sondern dieselbe Geschichte erklärt nun die durch diesen Zwischenfall verursachte Feindschaft zwischen Frau Füchsin und Herrn Storch, die der Leser theoretisch seither selbst beobachten könnte. Ich muss gestehen, ich habe keine Ahnung, ob die sich echt nicht ausstehen können… Liest sich so jedenfalls viel netter.

3.6 Fuchs und Storch auf Platt

Mit der Zeit ist die ursprünglich so moralische Fabel aber nicht nur literarisch verarbeitet worden, sondern ist auch als Tiermärchen in die gewachsene mündliche Tradition eingegangen.

Es folgt eine plattdeutsche Version, die aber auch für nicht Plattdeutsch-sprechende verständlich sein sollte, zumal wir ja alle die Handlung inzwischen kennen. Auffällig: anstatt Moral mit dem Zaunpfahl nun einfach eine Studien in Freundschaft.

Fuchs und Storch beim Essen
Dei Adebor geiht in dei Wisch spazieren un is up Poggenjagd. Dor kümmt dei Foß dor antaugahn un fröggt den Adebor: „Na, wat makt dat Geschäft?“

Fuchs und Storch auf einer Fliese„Ach“, seggt Musche Langebin, „dat sünd slichte Tieden upstunds. Dei Poggen sünd knapp, un dei Hunger is grot.“

„Wat du nich seggst! Ick kann nich klagen“, seggt donn dei Foß. „Kannst mi eins besäuke! Kumm man morgen tau’n Frühstück dal tau mi, denn sallst di eins satt äten!“

„Schönen Dank ok“, seggt de Adebor, „ik ward mi instellen.“

Dat ward annern Dag, un uns’ Adebor mekt sick still up de Padd. As hei bie den Foß ankümmt, hett dei Foß alls fardig snäden, un dat liggt up flache Töllers prat.

„So“, seggt dei Foß, „nu lang’ ok düchtig tau un lat di nich nödigen!“

Un dormit fangt dei Foß an un lickt mit sien Tung’ alls von dei Töllers dal, un dei Adebor klappert mit sienen langen Snabel man blot so’n bäten up’n Töller rüm. Hei kann dat ümmer up den flachen Töller nich fat’t kriegen, un ihre hei sick versüht, sünd dei Töllers leddig.

„Dat’t ok schön smeckt hett!“ seggt dei Foß, un denn leggt hei sick in dei Eck un fangt an tau snorken.

Uns’ Adebor geiht mit ‚n lerrigen Mag’ nah Huus. „Kieck mal, Fruu“, seggt dei Adebor, „wat is dei Foß doch für ‚n hundsföttschen Kierl! So un so het mi dat gahn.“

„Dei verdammtige Racker!“ schelt Adeborsch. „Lad’t di ierst Wunner tau’n Frühstück in, un nahst geiht di dat so. Na, arger di man nich!“

Annern Dag is uns’ Adebor jo wedder up Poggenjagd. Un wecker kümmt dor an? Dei Foß. Weiterlesen

3.5 Fuchs und Kranich, ein Gedicht von Goethe

Die Fabel ist jedoch nicht immer Fabel geblieben. Und so gibt es heute einen Abstecher in die schöne Literatur, denn Fuchs und Storch/Kranich haben ihren Weg aus der mündlichen Erzähl- in die schriftliche fixierte Literaturtradition gefunden und zwar gleich zu Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). Beste Adresse also.

Goethe berühmt drapiert...Der hat das folgende Gedicht im Oktober 1819 niedergeschrieben, bevor es 1821 zunächst in Zeitschriften erschien. Und zwar zunächst ohne Titel, erst in der Ausgabe bei Cotta und damit seit 1840 erscheint das Gedicht als…

Fuchs und Kranich
Johann Wolfgang von Goethe

Zwei Personen ganz verschieden
Luden sich bei mir zu Tafel,
Dießmal lebten sie in Frieden,
Fuchs und Kranich, sagt die Fabel.

Beiden macht’ ich was zurechte,
Rupfte gleich die jüngsten Tauben;
Weil er von Schakals Geschlechte,
Legt’ ich bei geschwollne Trauben.

Langgehäls’tes Glasgefäße
Setzt’ ich ungesäumt dagegen,
Wo sich klar im Elemente
Gold- und Silberfischlein regen.

Hättet ihr den Fuchs gesehen
Auf der flachen Schüssel hausen.
Neidisch müßtet ihr gestehen:
Welch ein Appetit zum Schmausen!

Wenn der Vogel, ganz bedächtig,
Sich auf einem Fuße wiegte,
Hals und Schnabel, zart und schmächtig,
Zierlich nach den Fischlein schmiegte.

Dankend freuten sie beim Wandern
Sich der Tauben, sich der Fischchen;
Jeder spottete des andern,
Als genährt am Katzentischchen.

Willst nicht Salz und Schmalz verlieren,
Mußt, gemäß den Urgeschichten,
Wenn die Leute willst gastiren,
Dich nach Schnauz’ und Schnabel richten.

 

Textquelle: Goethes Werke: Herausgegeben von Gustav von Loeper im Auftrage der Großherzogin Sophie von Sachsen. Band 2. Weimar: Hermann Böhlau 1890, S. 178f.
Bildquelle:Ausschnitt aus Johann Heinrich Wilhelm Tischbein berühmten Bild „Goethe in the Roman Campagna“ (1786/1787)

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Die ursprüngliche Fabel von Aesop wird wie dessen Fabel vom Fuchs und den Trauben nur noch zitiert, in einer Art meta-fiktionalen, intertextuellen Spiel, wie man heute sagen würde. Fuchs und Kranich bewirten nicht einander, sondern sind zu Gast bei einem Dritten, der aus ihren Querelen gelernt hat und so beide glücklich macht. Fuchs und Kranich allerdings zicken weiter.

3.4 Fuchs und Storch in der Lessing’schen Übersetzung von Richardson

Wir springen weitere hundert Jahre in die Zukunft – dazwischen hätte es unter anderem noch Hans Sachs gegeben – und landen bei einer weiteren Übersetzung ins Deutsche. Das englische Original stammt von Samuel Richardson (1689-1761), der durchaus an sich spannend ist, wirkte er doch nicht zuletzt auf die englische Empfindsamkeit und damit zum Beispiel auf eine Jane Austen.

Vor allem jedoch stammt die deutsche Übersetzung vom deutschen Pendant zu Jean de La Fontaine, nämlich Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), der allerdings heute berühmter für seine Dramen, wie etwa Nathan der Weisen, ist. Für sein aufklärerisches Wirken und Wollen waren ihm aber gerade Fabeln ganz zentral, besagte doch die Theorie – formuliert von Lessing selbst in seinen Abhandlungen über die Fabel (1753) -, dass man mit der Fabel die aufklärerische Botschaft perfekt auch ans einfache Volk bringen konnte.

Es überrascht bei diesem didaktischen Anspruch kaum kaum, dass Lessing die Fabel, die übrigens nicht in seinen eigenen Fabelbüchern enthalten ist, sehr nah am Original übersetzt. Und damit auch an dessen Moral, die nicht nur nichts vom Witz La Fontaines spüren lässt, sondern die aesop’sche Fabel bei weitem übertrifft – in Quantität und Qualität.

Der Fuchs und der Storch

Originalillustration der englischen AusgabeEin Fuchs lud einstmals einen Storch zu einem Gastgebote. Er ließ verschiedene Suppen in flachen Tellern und Schüsseln auftragen, fing an sie begierig aufzuschlürfen und bat seinen Gast herzlich, sich’s ja wohl schmecken zu lassen. Der Storch sahe, daß er angeführt war, nahm aber die Bewirtung mit einem heitern Gesichte auf und sagte seinem Freunde, daß er so gut sein und diesen Abend nun auch mit ihm vorlieb nehmen werde. Der Fuchs machte verschiedene Entschuldigungen allein der Storch ließ sich nicht abweisen, und endlich mußte er ihm versprechen zu kommen. Die Gerichte wurden in Gläsern mit engen Hälsen aufgetragen, und es waren die leckerhaftesten, die der Storch nur hatte finden können. Wohlan, mein lieber Freund, sprach er zu dem Fuchs, tue als ob du zu Hause wärest, und hiermit machte er sich selbst begierig drüber. Der Fuchs merkte den Possen gar bald, schlich sich weg und mußte bekennen, daß er für seinen unwirtbaren Mutwillen gehörig bezahlt sei.

LEHRE: Nichts sieht alberner aus als ein tückischer Schalk, der überlistet und durch seinen eigenen Possen zu Schanden gemacht wird.

BETRACHTUNG: Dieses ist gemeiniglich das Schicksal der Lustigmacher und Possenreißer, die, wenn sie denken, daß sie sich mit andern lustig machen, endlich selbst zum Gelächter werden.
Des Fuchses Mutwille ging zu weit, weil es sowohl auf seine Einladung als unter seinem Dache geschah. Die Vergeltung des Storchs war also, auch nach den Regeln der Höflichkeit und des guten Umgangs, eine ganz verantwortliche Rache; denn da der Fuchs die Spötterei anfing, so erhielt der andere nicht nur eine Aufforderung, sondern auch eine Art von recht, ihn die Freiheiten in Gesellschaft, die alle Grenzen der Leutseligkeit, der Ehre, der Hochachtung und Anständigkeit überschreiten, beurteilen und zugleich einsehen lernen, daß die Gesetzte der Menschlichkeit und der Gastfreiheit auf alle Weise unverletzlich sein sollten; denn einen Freund wegen eines lustigen Einfalls beleidigen, ist ein unsittlicher und unerträglicher Übermut.

 

Textquelle: Samuel Richardson: Äsopische Fabeln mit moralischen Lehren und Betrachtungen. [1740] Aus dem Englischen übertragen und mit einer Vorrede von Gotthold Ephraim Lessing sowie den vierzig Kupfertafeln der Erstausgabe von 1757. Hrsg. und mit einem Nachwort versehen von Walter Pape. Berlin 1987. S. 52ff.
Bildquelle: Originalillustration aus der englischen Ausgabe: Æsop’s fables. With Instructive Morals and Reflections, Abstracted from all Party Considerations, Adapted to all Capacities, and Designed to promote Religion Morality and Universal Benevolance. […], by Mr. [Samuel] Richardson. Printed for T. Wilson and R. Spence, Booksellers in York [1790], tab. IV. – Copyright für den verwendeten Bildausschnitt: berlinickerin

3.3 Die Fabel von Fuchs und Storch bei La Fontaine

Illustration zur Fabel von 1688Nach dem antiken Original kommen wir nun zur ersten Nachdichtung mit einem Sprung von schlanken 1000 Jahren. Und zwar zu dem französischen Fabelgott Jean de La Fontaine (1621-1695). La Fontaine hat schon noch anderes geschrieben, aber am berühmtesten ist er bis heute für seine Fabelvariationen, die bis heute nicht nur in französischen Schulen die Kinder erfreuen, sondern auch in diverse Sprachen übersetzt wurden. So auch in die deutsche Sprache. Aber lest selbst:

Der Fuchs und der Storch

Einst griff sich mal Herr Fuchs gewaltig an,
Denn er behielt Gevatter Storch zum Essen.
Die Bissen waren schmal, auch nicht zu sehr gewürzt:
Es war ein dünner Brei; er wußt’ sich einzurichten.
Auf einen Teller war der Brei gethan:
Des Storches Schnabel konnte nichts erwischen,
Indeß der Schelm gar schnell den ganzen Brei wegputzt.
Um sich für diese Prellerei zu rächen.
Wird er zu Gast geladen von dem Storch.
O herzlich gern, spricht er, mit meinen Freunden
Da hass’ ich allen steifen Zwang.
So wie die Mittagsglocke klang,
Ging’s lustig zu dem Storche hin,
Mit glatter Zung’ und honigsüßer Mien’.
Und einen tücht’gen Appetit
Bracht’ er auch mit:
Wie könnt’ es einem Fuchse daran fehlen?
Gar lieblich ging’ ihm schon der Duft des Fleisches ein,
Das man in kleine Stücken wohl zerschnitten.
Und angerichtet ward’s in ein Gefäß
Mit langem Halse und mit enger Mündung.
Der lange Schnabel ging gar wohl hinein,
Allein ein andres Maaß hatt’ unsere Schelmes Schnauze.
Mit leerem Magen kehrte er nach Haus;
Beschämet wie ein Fuchs, den ein Kapaun
So eben bei dem Kragen haschte,
Schlich er mit eingeklemmtem Schwanz davon,
Und ließ die beiden Ohren hangen.

Dies merk’ ein jeder Gauner sich:
Womit du messest, mißt man dich.

 

Textquelle: Lebensweisheit in Fabeln für die Jugend. Von Friedrich Hoffmann, Hofprediger in Ballenstedt. Mit hundert Bildern. Stuttgart: Hoffmann’sche Verlags-Buchhandlung 1840, S. 343f.
Bildquelle: Illustration von François Chauveau für „Fables choisies mises en vers par M. de la Fontaine“, erstveröffentlicht 1688

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Vergleicht man seine Fabel von Fuchs und Storch mit dem aesopschen Text fällt auf, dass La Fontaine in der Handlung seinem Vorbild folgt und auch im selben Genre bleibt. Das heißt, typisch für eine Fabel bleibt die Form sehr knapp und es gibt eine explizite ‚Moral‘. Die ist allerdings erheblich weniger moralisch, tatsächlich schon mehr eine mit französischem Witz formulierte Pointe. Viel besser, muss ich persönlich sagen.

3.2 Fuchs und Storch – das Aesopsche Original?

Wie gestern schon angedeutet, ist das mongolische Tiermärchen von Fuchs und Kranich wohl nicht mongolisch. Das (vermeintliche) Original ist vielmehr in uns viel näher liegenden Gefilden entstanden.

Fuchs und Storch in der Mills-Kronborg Sammlung dänischer KirchenwandgemäldeUnd damit kommen wir heute Aesop, dem Gottvater der europäischen Fabel. Vermutlich war er ein griechischer Sklave so um 600 v. Chr., vielleicht gab es ihn aber auch gar nicht. In jedem Fall aber werden ihm eine Masse an Fabeln zugeschrieben, die nicht nur, aber vor allem die europäische Tierdichtung sehr prägten. Wie eben die Fabel von…

Fuchs und Storch

Verletze Niemand; doch hast du verletzt,
Ist’s recht, mit gleichen Ruthen dich zu zücht’gen.

Der Fuchs, erzählt man, lud zuerst den Storch
Zur Mahlzeit und, und setzt’ in flacher Schüssel
Ihm eine Brüh vor, die des Storches Schnabel
Trotz Hunger sich umsonst zu kosten mühte.
Nun ladet er den Fuchs und tafelt Flaschen
Voll Brocken auf, worein den Schnabel steckend
Er selbst sich labet, den Gast durch Hunger peinigt.
Wie der der Flasche Hals vergeblich leckt,
Lässt sich der Wandervogel so vernehmen:
„Was selbst man angab, trage man mit Gleichmuth.“

 

Textquelle: Phädrus des freigelassenen des Augustus äsopische Fabeln. Verdeutscht von Dr. Johannes Siebelis. Stuttgart: Hoffmann’sche Verlags-Buchhandlung 1857, S. 13f.
Bildquelle:The Mills-Kronborg Collection of Danish Church Wall Paintings

3.1 Märchenweltreise mit Fuchs und Storch, heute: Mongolisch

Und doch ja, es geht heute erstmal noch weiter mit einem weiteren mongolischen Tiermärchen. Denn als ich angefangen habe, von den mongolischen dann zu den Tiermärchen anderer Länder überzugehen, stolperte ich über einen großartigen Fund: Märchen, die die Welt wohl nicht in 80 Tagen oder auch nur Jahren, aber doch einmal umreist haben.

Ausgangspunkt für die dieswöchige Märchenweltreise soll – wie es für mich war – das folgende mongolische Tiermärchen sein, dass sich bei näherer Betrachtung diese Woche als eben nicht mongolisch entpuppen wird.

Fuchs und Kranich

Als Fuchs mit der spitzen Schnauze und buschigem Schwanz eines Tages von der Jagd zurückkehrte, begegnete sie Kranich mit den hohen Beinen und dem langen Schnabel.

„Sehr geehrte Frau Kranich, was suchen Sie, daß Sie sich wiederholt bücken?“ fragte Fuchs.

„Ich mache den Himmel zu meinem Reitpferd, die Steppe zu meiner Jurte und suche Insekten als Futter, um meinen Bauch zu füllen. Fuchs, verehrte ältere Dame, wonach schnupperst du denn so suchend?“ sagte Kranich.

„Ich bin auch auf der Jagd und wenn mein Maul und meine Nase fettig geworden sind, werde ich mich wohl gemächlich auf den Weg nach Hause machen. Würden diejenige, die ich in der Steppe getroffen und kennengelernt habe, bitte geruhen, mich zu besuchen“, sagte Fuchs, und nachdem er Kranich eingeladen hatte, ging er. Klick-edi-klick für den Rest