36.1 Der lachende und der weinende Apfel – als Beginn der türkischen Märchenwoche

Türkische Märchen sollte es eigentlich schon im November letzten Jahres zu lesen geben, aber dann fielen sie dem Päuschen zum Opfer. Aber da aufgeschoben ja bekanntlich nicht aufgehoben ist, werden sie nun nachgereicht.

Los geht es heute mit einem türkischen Zaubermärchen nach international bewährten Muster, nämlich mit drei konkurrierenden Brüdern. Allerdings scheint am Ende der Niederschrift die Sache etwas wirr zu werden; vielleicht wurde hier in der Übersetzung gekürzt für europäische Moral. Aber lest selbst…

Der lachende und der weinende Apfel

Vor alten Zeiten lebte ein Padischah, der hatte drei Söhne. Eines Tages saß der jüngste im Kiosk, neben welchem eine Quelle war. Da kam eine alte Frau zur Quelle, um Wasser zu schöpfen. Der Jüngling warf mit der Schleuder einen Stein nach ihrem Krug und zerbrach ihn. Die alte Frau sagte gar nichts, ging fort, nahm einen andern Krug und ging damit abermals zur Quelle. Der Jüngling schleuderte wieder einen Stein an den Krug, welcher zerbrach, worauf die Frau wegging. Tags darauf kommt die Frau wieder mit einem Krug zum Brunnen, und als der Junge die Frau erblickte, holte er wieder einen Stein hervor, schleuderte ihn ab und zerbrach damit den Krug. Nun sprach endlich die alte Frau: „Ich wünsche dir vom Schöpfer, dass du dich in den lachenden und in den weinenden Apfel verliebest.“ Damit ging sie fort.

Kaum waren ein, dann fünf Tage verstrichen, da taten die Worte der Frau schon ihre Wirkung und der Königssohn verliebte sich in den lachenden und in den weinenden Apfel. Von Tag zu Tag wurde er bleicher und siecher. Als sein Vater hörte, dass er erkrankte, ließ er Hodschas und Ärzte holen, aber sie konnten seine Krankheit nicht verstehen. Eines Tages kam wieder ein Arzt, der sagte dem Padischah, dass der Jüngling liebeskrank sei. Der Padischah ging zu seinem Sohne und fragte ihn, was ihm fehle, denn wer nicht sagt, was ihm fehle, für den gibt es kein Heilmittel. Hierauf sagte der Jüngling, dass er in den lachenden und in den weinenden Apfel verliebt sei. „Was sollen wir tun!“ fragte der Vater, „wo sind die zwei Äpfel zu finden?“ Da sprach der Jüngling: „Ich will hingehen und sie aufsuchen, gib du mir nur die Erlaubnis dazu.“ Der Vater suchte ihn davon abzureden, da er sich doch so krank nicht auf den Weg machen könne und nicht wisse, wo die Äpfel zu finden sind. Allein der Jüngling blieb hartnäckig dabei, dass er sie unbedingt finden würde. Da auch seine zwei älteren Brüder mit ihm gehen wollten, so willigte der Vater endlich ein und eines Tages machten sie sich auf den Weg.

Sie wanderten wenig, sie wanderten viel, über Berg, Tal und Ebene, bis sie endlich eines Tages zu einer Quelle gelangten. An jener Quelle erblickten sie eine Aufschrift, von der sie herunterlasen, dass wer auf dem einen der gegenüber befindlichen drei Wege auszieht, wieder zurückkomme; wer auf dem andern hingeht, entweder zurückkomme oder nicht zurückkomme; wer aber auf dem dritten weggehe, nie zurückkomme. Der älteste Jüngling sprach, dass er auf jenem Wege ausziehe, von dem es eine Rückkehr gebe; der mittlere wählte jenen Pfad, von dem er vielleicht einst zurückkomme; der jüngste aber will sich auf jenen Weg machen, von dem er nie mehr zurückkehren kann. Ehe sie sich auf den Weg machten, sprach der jüngste: „Wie werden wir es wissen, wer früher hierher zurückgekehrt ist? Ziehen wir die Ringe von unsern Fingern ab, legen wir sie hierher unter diesen Stein und wer früher zurückgekommen, hebe den Stein auf, und nehme seinen Ring. So wird der später Ankommende wissen, wer von uns schon zurückgekommen.“ Nach dieser Vereinbarung hinterlegten sie ihre Ringe und begaben sich auf den Weg. Der älteste ging, und ging und als er in ein Land gelangte, ging er in ein Bad und verdingte sich als Badediener. Auch der mittlere wanderte und wanderte, bis er in ein Land kam, wo er in ein Kaffeehaus einkehrte, in dem er als Kaffeejunge verblieb.

Doch sehen wir nun nach dem jüngsten. Auch dieser legte große Strecken zurück, bald sich niederlegend, bald aufstehend, immer wandernd und wandernd, kam er eines Tages zu einer Quelle, wo er eine alte Frau erblickte, die Wasser aus der Quelle schöpfte. Der Jüngling ging auf sie zu und fragte sie: „Mütterchen, möchtest du mich nicht für diese Nacht beherbergen?“ Die alte Frau antwortete: „O, mein Sohn, ich habe nur eine Hütte und wenn ich mich niederlege, so ragen meine Füße aus ihr heraus; wo sollte ich dich darin unterbringen?“ Der Junge holt darauf eine Handvoll Goldstücke hervor und bittet das Mütterchen, dass sie ihn nur irgendwo unterbringe. Als die Alte die Goldstücke erblickte, sprach sie: „Komm, mein Söhnchen, ich habe auch ein Haus, auch eine Stube; wem könnte ich denn Platz geben, wenn ich ihn dir nicht gebe?“ Damit nimmt sie den Jüngling mit sich nach Hause.

Dort aßen und tranken sie ein wenig und wie sie so dasaßen, fragte sie der Jüngling: „Ich bitte dich, Mütterchen, wo könnte ich den lachenden und den weinenden Apfel antreffen?“ Kaum hatte das die Alte gehört so packte sie ihn, schlug ihn in’s Gesicht und schrie ihn an: „Schweig! Dessen Name ist hier verboten.“ Der Jüngling holte wieder eine Handvoll Goldstücke hervor und gab sie der Alten. Die Alte freute sich darüber und sprach: „In der Frühe stehe auf und gehe da hinüber auf den gegenüber liegenden Berg, dort wirst du einen Hirten antreffen, den Hirten jenes Palastes, in dem sich der lachende und der weinende Apfel befindet. Wenn du seine Gunst erlangst, so kannst du in den Palast hineinkommen, wo du die Äpfel vorfindest; gib aber acht, sobald du in den Besitz der Äpfel gelangt bist, eile zurück zu mir.“

In der Frühe stand er auf, ging zum Berg und erblickte den Hirten, der dort Schafe weidete. Er ging hin und grüßte den Hirten, der ihm den Gruß erwiderte. Während des Gespräches fragte ihn der Jüngling nach dem lachenden und dem weinenden Apfel. Kaum hatte der Hirt diese Frage vernommen, so schlug er ihn so in’s Gesicht, dass er beinahe umfiel. „Warum schlägst du mich, Hirte?“ fragte ihn der Jüngling. „Was, fragen wirst du noch? Gleich schweigst du!“ schrie ihn der Hirte an und versetzte ihm noch einen Schlag in’s Gesicht. Der Jüngling aber bat und flehte und gab ihm eine Handvoll Goldstücke. Davon ließ sich der Hirt erweichen und sprach also zum Jüngling: „Ich werde jetzt ein Schaf schlachten, aus dessen Haut ich einen Schlauch mache, in diesen Schlauch wirst du hineinschlüpfen; wenn es Abend wird und ich die Schafe in den Palast heimtreibe, so gehst auch du mit den Schafen hinein. Die Schafe werden nämlich, wenn sie in den Seraj gehen, gezählt, und du kannst, auf allen Vieren gehend, mit den andern hineingelangen. In der Nacht, wenn nun alles schläft, so gehst du hinauf auf den obersten Stock und schleichst dich unbemerkt in das Zimmer rechts hinein. Dort liegt das Sultansfräulein im Bette, die Äpfel aber befinden sich auf dem Fache. Kannst du sie von dort wegnehmen, so ist’s gut; wo nicht, dann ist’s um dich geschehen.“ Damit tötete der Hirt ein Schaf, steckte in dessen Haut den Jüngling hinein und trieb die Schafe in den Seraj. Beim Hineingehen wurden sie gezählt und so gelangte auch der Jüngling hinein.

Als es Nacht wurde und alles schlief, schlich sich der Jüngling aus dem Schlauche heraus, ging leise und langsam auf den Stock hinauf, trat in jenes Zimmer ein, das ihm der Hirt bezeichnete und sah, dass in der Mitte ein Bett stand, worin eine Schönheit lag, so schön wie der Mond am vierzehnten. Ihre Augenbrauen waren schwarz, ihre Augen blau, ihr Haar goldig, auf ihrer Brust ein Muttermal, auf der Welt war nicht ihres gleichen; sie war so schön, dass wer sie sah, vor Staunen außer sich war. Wie er das Mädchen so betrachtete, da fing der eine der Äpfel auf dem Fache zu lachen an: ha-ha-ha, der andere hinwieder bitterlich zu weinen. Der Jüngling machte rasch die Türe zu, und lief zu den Schafen zurück.

Vom Geräusch der Äpfel erwachte das im Bette liegende Mädchen und als sie sah, dass niemand dort war, ging sie hinaus, schaute hin und her, ging wieder hinein und indem sie die Äpfel schimpfte, weil sie sie gefoppt, legte sie sich wieder nieder.

Nach einer Weile schlief das Mädchen wieder ein, der Jüngling stieg wieder hinauf, öffnete langsam und vorsichtig die Türe und trat ein. Er machte einige Schritte vorwärts und wie er sich den Äpfeln näherte, fängt der eine zu lachen, der andere zu weinen an. Das Mädchen erwachte und sah niemanden. „O, ihr Ungezogenen,“ rief sie, „ihr habt mich schon zweimal aus meinem Schlafe geweckt; wenn ihr das noch einmal tut, so haue ich euch durch.“ Damit legte sie sich wieder nieder.

Als sie eingeschlafen war, kam der Jüngling wieder, öffnete die Türe, ging gerade auf die Äpfel los und als er sie vom Fache herunter nehmen wollte, lachten und weinten die Äpfel; der Jüngling lief abermals davon und nachdem das Mädchen erwachte, so sah sie wieder nichts. „O, ihr Unverschämten“, rief sie, „seid ihr in der Nacht etwa verrückt geworden, dass ihr mich schon zum dritten Mal aufgeweckt habet?“ Damit versetzte sie dem einen eine Ohrfeige und auch dem andern und legte sich hierauf nieder.

Nach einer kurzen Zeit trat der Jüngling wieder in’s Zimmer, ging zum Fache hin, nahm den einen Apfel herunter, ohne dass er einen Laut von sich gab, schnell nahm er auch den andern herab und eilte rasch hinaus, und schnurstracks zwischen die Schafe zurück. Die Äpfel waren nämlich böse, deshalb schwiegen sie. Als es Morgen wurde, nahm der Hirte seine Schafe und führte sie auf den Berg, dort kroch der Jüngling aus dem Fell hinaus, gab dem Hirten noch eine Handvoll Goldstücke und indem er „Allah befohlen“ sprach, ging er gradaus in das Haus der alten Frau. Als die Alte den Jüngling erblickte, goss sie sofort etwas Wasser in ein großes Gefäß, schlachtete ein Huhn und ließ dessen Blut in die Schüssel fließen; in’s Wasser legte sie ein Brett und setzte den Jüngling darauf. Wir aber wollen sehen, was im Seraj geschah.

Als das Mädchen erwachte, sah sie, dass die Äpfel nicht mehr auf dem Fache waren. „Ach, wo sind meine Äpfel hingekommen,“ schrie sie und ließ sie überall suchen; die Äpfel kamen aber nicht zum Vorschein. „O weh, man hat mir meine Äpfel gestohlen, dreimal haben sie mich aufgeweckt, ich habe sie aber nicht verstanden. Es ist ein Dieb hier gewesen.“ Das Mädchen weinte in einem fort. „O meine Äpfel, O meine Äpfel.“ Als dies ihr Vater, der Padischah erfuhr, ließ er sofort die Festungstore sperren, man sucht die Äpfel überall in der Stadt herum, findet sie aber nirgends. Er ließ Sterndeuter holen, diese weissagten aus Sand und sahen, dass der Apfeldieb auf einem Blutmeere im Schiffe fährt. Sie sprachen: „O Padischah, der ist schon sehr weit gekommen, wir wissen nicht, wo sich dieses Blutmeer befindet.“ Kurz, man gab die Hoffnung auf und öffnete wieder die Festungstore. Der Jüngling gab der alten Frau noch ein, zwei Goldstücke und indem er sich verabschiedete, machte er sich wieder auf den Weg, auf dem er hinkam. Als er so ging, gelangte er eines Tages zur Quelle, bei der er sich von den Brüdern getrennt hatte. Er hob den Stein auf, unter den sie ihre Ringe hinterlegt hatten und sah, dass seine Brüder noch nicht zurückgekehrt waren. Er nahm seinen eigenen Ring und machte sich auf den Weg, auf welchem sein mittlerer Bruder ausgezogen war.

Er wanderte wenig, wanderte viel, wanderte über Berg, Tal und Ebene und nachdem er Wasser aus den Flüssen getrunken, in Wüsten ausgeruht, dem Gesang der Nachtigallen gelauscht hatte, kam er eines Tages in ein Land. Er kehrte in das Kaffeehaus einer Stadt ein, trank Kaffee, rauchte Tschibuk und sah, dass sein Bruder dort Kaffee siedet. Sein jüngerer Brüder erkannte ihn nicht. Er rief ihn zu sich, fragte ihn, woher er sei, und fragte ihn so lange aus, bis er ihn wieder erkannte. Dann nahm er ihn mit sich und sie machten sich zusammen auf den Weg und kamen wieder zu der Quelle zurück, von der sie aufgebrochen waren. Dort hoben sie den Stein auf und sahen, dass ihr älterer Brüder noch nicht zurückgekommen sei. Sie nahmen also den zweiten Ring zu sich und machten sich auf den Weg, auf welchem der älteste ausgezogen war. Nachdem sie gegangen und gegangen waren, kamen sie in einen Ort und kehren in ein Bad ein, um sich zu waschen und dann ihren Bruder aufzusuchen. Im Bade erblickten sie ihren Bruder als Badediener, riefen ihn zu sich, gaben sich ihm zu erkennen und nun gingen alle drei zurück zur Quelle. Dort hoben sie auch den Ring des ältesten unter dem Steine hervor und gingen dann in ihre Heimat zurück.

Auf dem Wege fragten sie den jüngsten, ob er sich die Äpfel verschafft habe. „Nun freilich,“ sprach er und holte sie hervor. Kaum hatten sie die beiden Äpfel erblickt, so verliebten sie sich sofort in sie und baten ihren Bruder, sie ihnen auch ein wenig in die Hand zu geben. Der Jüngling gab sie ihnen hin; unterdessen verabredeten die zwei ältesten, dass sie ihren jüngsten Bruder töten und die Äpfel unter sich teilen werden. Sie kehrten in ein Kaffeehaus ein, setzten sich in dessen Garten nieder, um etwas zu essen und verlangen vom Inhaber des Kaffeehauses eine Matte. Dort im Garten war ein offener Brunnen, darüber breiteten sie die Matte aus und ließen den jüngsten, der den Brunnen nicht gesehen, auf die Matte setzen, so dass er in den Brunnen fiel. Die beiden anderen aßen weiter, tranken Kaffee, rauchten Tschibuk und brachen gegen ihre Heimat auf. Der jüngste kam in den Brunnen, in dem kein Wasser war, nicht um, sondern wurde nur ohnmächtig, als er hineinfiel. Unterdessen kamen die zwei älteren Brüder nach Hause, wo ihr Vater nach dem jüngsten fragt. Sie sagten, dass sie den weinenden und den lachenden Apfel gefunden haben, ihr Bruder aber den Weg gegangen sei, von dem es mehr keine Rückkehr gebe und dass sie ihn seitdem auch nicht gesehen hätten. Ihr Vater vergoss einige Tränen und hoffte, dass er, wenn er noch lebe, einst doch noch zurückkommen würde.

Unterdessen kam der Jüngling im Brunnen zu sich und schrie einige Male auf, damit man ihn wahrnehme. Der Kaffeesieder, der gerade um die Zeit im Garten spazieren ging, hörte die Stimme aus dem Brunnen, ließ einen Mann hinab und man holte ihn so aus dem Brunnen. Der Junge erzählte den Vorfall. Dann machte auch er sich auf den Heimweg, ging aber nicht in sein Vaterhaus, sondern setzt eine Kaldaunenhaube auf den Kopf und verdingte sich als Lehrling zu einem Verzinner.

Zeit kam, Zeit verrann, da ließ eines Tages der Padischah, von dessen Tochter die Äpfel verschwanden, einen Rosenkranz aus tausend Kügelchen anfertigen und gab ihn seinen Leuten, damit sie damit sämtliche Länder bereisten; denn jener habe die Äpfel gestohlen, der diesen Rosenkranz so herunter leiern kann, dass er das vollständig hersagen kann, was ihm Besonderes zugekommen sei. Die Leute nahmen den Rosenkranz, bereisten viele Länder damit, allein niemand kann den Rosenkranz drehen. Endlich kamen sie in das Land, in dem die drei Jünglinge wohnten. Als sie vor dem Verzinner vorübergingen, sagte der Jüngling seinem Meister, dass er ihn drehen wolle. Der Meister ließ es die Männern wissen, diese brachten den Rosenkranz und sagten ihm, dass er beginnen solle. Der Jüngling sagte, dass er dies gerne tun wolle, jedoch nur vor dem Padischah.

Man nahm den Jüngling und führte ihn vor den Padischah, dem man die Sache erklärte, worauf der Padischah einwilligte und man dem Jüngling den Rosenkranz in die Hand gab. Hierauf begann der Jüngling all das herzusagen, was mit ihn geschehen und drehte inzwischen den Rosenkranz und als er dazu kam, wie ihn seine Brüder in den Brunnen warfen, hatte er gerade auch den Rosenkranz zu Ende gedreht. Als der Vater, der Padischah, merkte, dass dies sein Sohn sei, stürzte er auf ihn zu, umarmte ihn und sprach seufzend und weinend: „O, mein liebes Kind, dass ich von all dem, was du littest, nichts wusste.“ Die Fremden baten den Padischah, zu erlauben, dass sie den Jüngling mit sich nehmen. Nachdem der Padischah die zwei schlechten Brüder töten ließ, ließ er seinen jüngsten Sohn fortziehen Sie machten sich auf den Weg und eines Tages kamen sie in die Heimat der Äpfel. Man führte den Jüngling vor den Padischah, der ihn sofort, als er ihn erblickt, lieb gewann. Er bat den Jüngling, den Rosenkranz auch vor ihm herunter zu drehen.

Auch hier erzählte der Jüngling all das, was ihm zugekommen. Als er zu Ende war, sagte der Padischah zu ihm, dass er seine Tochter zur Frau nehmen und beide sich der Äpfel erfreuen mögen, da auch sie in die Äpfel verliebt wäre. Mit großer Freude willigte der Jüngling ein. Sofort hielt man Verlobung und nachdem man vierzig Tage und vierzig Nächte festlich begangen hatte, kam der Verliebte zu seiner Geliebten. Sie erreichten ihren Wunsch, wir aber wollen den Diwan erreichen.

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Die Äpfel als Metapher für die verlorene Unschuld, aber auch für die Freude der neuen Verbindung – okay. Aber irgendwie geht es dann am Ende doch sehr glatt? Was meint ihr?

 
Textquelle: Türkische Volksmärchen aus Stambul, gesammelt, ü̈bersetzt und eingeleitet von Dr. Ignaz Kúnos. Leiden: Brill [1905], S. 139-149.
Bildquelle: zugegeben sind es keine türkischen, sondern englische Äpfel – aber märchenhaft rot und hübsch sind sie

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