21.5 Der Steinhügel bei Hedehusum – immer noch auf Föhr

Falls ihr jetzt Sorge habt, ob man unter diesen räuberischen, verhexten Bedingungen auch nur eine Zehenspitze an nordfriesische Sandstrände setzen sollte. Auch hier hat das Christentum natürlich schon längst gewirkt, nachdem geklärt, welches Christentum nun. Aber lest selbst…

Der Steinhügel bei Hedehusum

Drei junge Föhringer kamen als Studenten aus Wittenberg nach Hause und begannen Luthers Lehre unter ihren Landsleuten zu verbreiten. Sie gerieten mit den katholischen Predigern der Insel darüber in Streit und disputierten namentlich einmal auf einer Kindtaufe in Üttersum (Utersum) mit ihnen. Da ward der Diakonus zu St. Laurentii für die neue Lehre gewonnen. aber die übrigen blieben dem papistischen Glauben getreu. Ein Mönch oder Prediger an der St. Johanniskirche in Nieblum war so voll Eifer gegen die Reformation, dass er eigens nach Amrum ritt um die dortigen Einwohner und Mönche zu vermahnen, dass sie beständig bei der alten Lehre sollten verbleiben. Und er ließ sich vernehmen, dass wenn die päpstliche Religion nicht die rechte Religion wäre, er nicht begehre lebendig wieder heimzukommen. Als er nun wieder auf Föhr gekommen und von Witzum nach Hedehusum reiten wollte, stürzte er vom Pferde und brach den Hals. Als ein altes Weib ihn da mit dem Tode ringend fand, soll er, nun die Wahrheit der lutherischen Lehre einsehend, die Worte gesprochen haben: „Zwischen Rand und Sand ich noch Gnade fand!“ und damit verschieden sein.

Zu seinem Gedächtnis ward ein Steinhaufe an dem Orte errichtet und lange gezeigt und wer des Weges kam, pflegte sich mit einem Stein zu versehen und auf den Haufen hinzuwerfen. Diejenigen, welche Steine gebrauchten, konnten sich dann davon von Zeit zu Zeit ein Fuder holen. Jetzt ist dieser Haufen von lauter kleinen Steinen ganz verschwunden, seit das Land verteilt und urbar gemacht; aber jedermann kennt noch seine Stelle, und weiß die Geschichte zu erzählen.

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Die Evangelen haben also gewonnen und tatsächlich ist die St. Laurentiner-Kirche – meines Wissens – nach die größte auf Föhr. Ihr müsst halt immer dran denken, dass Föhr an sich ja nicht so groß ist. 😀

Zur Sache mit dem Steinhügel und dem Christentum, das das ganze Hexereizeug verdrängt, kann ich nur sagen, dass nahe der Stelle, wo der Steinhügel gewesen sein muss, tatsächlich ein Hünengrab ist.

 

Textquelle: Sagen, Märchen und Lieder der Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg. Herausgegeben von Karl Müllendorff. Kiel 1845, S. 124f.
Bildquelle: die evangelische St. Laurentii-Kirche bei Süderende und auf Föhr

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