7.7 Yamatodake – oder auch: Yamato Takeru

Weil die mündliche Erzähltradition ja nicht nur (Tier-)Märchen umfasst, gibt es heute die berühmte japanische Heldensage um Yamato Takeru, den legendären zwölften Kaiser Japans – wenn er denn überhaupt lebte. Aber lest erstmal selbst die von Hrn. Brauns an uns unbedarfte westliche Leser vermittelte Version…

Yamatodake

Unter den ältesten Kaisern hatte das japanische Reich noch nicht die Ausdehnung, die es jetzt hat, und namentlich hausten im Nordosten, im nördlichen Theile der großen Insel Nippon, noch viele unbezwungene wilde Stämme, die Yebizu, und auch im Südosten, auf der Insel Kiuschiu. boten andere wilde Horden, die Kumaso, dem Kaiser Trotz.

Dem Yamatodake*, dem heldenmütigen Sohne des zwölften Kaisers von Japan, des Keiko, der nach seines Vaters Suinin Tode um das Jahr 70 der christlichen Zeitrechnung den Thron bestieg, war es vorbehalten, nach beiden Seiten hin die Kaisermacht zu erweitern. Er war nicht nur der kühnste, sondern auch der stärkste Mann seiner Zeit, und schon als kleines Kind gab er einmal eine Probe seiner übermenschlichen Kraft. Sein älterer Bruder war einige Male Morgens nicht, wie es Sitte und Vorschrift war, vor dem Thron seines Vaters erschienen und hatte dadurch dessen Missfallen auf sich gezogen. Kaiser Keiko sagte deshalb zu seinem Sohn Yamatodake, er möchte seinen Bruder an seine Pflicht und Schuldigkeit erinnern. In Folge dieses Befehles ging Yamatodake zu seinen Bruder, ergriff ihn und wollte ihn mit sich schleppen: als dieser aber ungebärdig und widerspenstig war, packte und drückte ihn Yamatodake so gewaltig, dass der Ärmste seinen Geist aufgab. Yamatodake, noch ein unverständiges Kind, zerstückte ihn nun, wickelte die Glieder in eine Matte und warf sie fort, sodass Niemand eine Ahnung von dem unglücklichen Ende des Prinzen hatte.

Als aber der Kaiser Keiko seinen Sohn Yamatodake nach ein paar Tagen fragte, warum denn sein Bruder immer noch nicht bei Hofe erschiene, und ob er ihn gehörig ermahnt hätte, in vorgeschriebener Weise vor seinem Vater zu erscheinen, da erzählte jener ganz arglos die ganze Begebenheit. Keiko war entsetzt, von einem Kinde so etwas zu hören. Er war seit dieser Zeit in steter Angst vor der unbändigen Kraft seines Sohnes und sann fortwährend darauf, wie er ihn vom Hofe fortsenden und in der Ferne durch allerlei Unternehmungen beschäftigen könnte, bei welchen Yamatodake von seiner Stärke einen zweckmäßigen Gebrauch zu machen vermöchte.

Yamatodake war 16 Jahr alt, als sich die erste Gelegenheit dazu bot. Die wilden Kumaso auf Kiuschiu hatten sich unter der Führung zweier Brüder, zweier gewaltig starker Helden, gegen den Kaiser empört, und dieser beschloss, Niemand anders als seinen Sohn gegen sie auszusenden, dessen Haar damals noch nach Knabenart hoch aufgebunden war. Dies aber gab dem Yamatodake Veranlassung, eine Kriegslist auszudenken. Er ging zu der Prinzessin Yamatohime, seiner Tante, welche ihm von jeher sehr zugetan war und sein ganzes Leben lang seine treue Helferin blieb, und bat sie, ihm einige ihrer Gewänder zu leihen. Gern gewahrte sie seine Bitte; er nahm die Frauenkleider dankend in Empfang und verpackte sie sorgfältig, um sie auf die Reise mitzunehmen. Alsdann steckte er ein scharfgeschliffenes Schwert zu sich und zog mit wenigem Gefolge gegen die barbarischen Kumaso aus.

Dieses Räubervolk wohnte damals noch in Höhlen oder in Erdlöchern, die es sich grub. Als Yamatodake an ihrem Wohnplatze anlangte, fand er sie gerade im Begriffe, neu eingerichtete Höhlen zu beziehen, und in Folge davon bereiteten sie ein großes Fest vor, mit welchem sie ihre neuen Wohnungen einweihen wollten. Der Prinz hielt sich ans diesem Grunde in der Nähe verborgen und wartete, bis der festliche Tag erschienen war. Dann aber kämmte er sein Haar nach Frauenart hinunter und legte seiner Tante Gewand und Gürtel an. So sah er ganz wie ein Mädchen aus. Die beiden Häuptlinge der Räuber freuten sich sehr über das Erscheinen des vermeinten schönen Weibes. So ging das Fest vor sich, als es aber im besten Zuge war, zog Yamatodake sein Schwert und rannte es dem älteren der beiden Rebellenhäuptlinge durch die Brust. Darauf suchte der jüngere zu entfliehen, doch Yamatodake packte ihn noch am Ausgange der Höhle von rückwärts und durchbohrte ihn ebenfalls mit dem Schwerte. Als er sterbend am Boden lag, sagte er noch: „Wohl glaubte ich, dass Niemand auf der Welt sich mit meinem Bruder und mir an Kraft messen könnte, doch sehe ich wohl, wenn wir auch hier im Westen bei weitem die Stärksten waren, so bist du, o Held aus Yamato**, noch viel stärker als wir!“ Als die Kumaso alles dies sahen und hörten, unterwarfen sie sich sämtlich ohne Zögern dem Yamatodake, der sie aufs Neue für den Kaiser, seinen Vater, in Eid und Pflicht nahm. So kehrte er froh und ruhmgekrönt nach Kioto zurück.

Kaum aber war er hier glücklich angelangt, so hatte sein Vater schon einen anderen gefahrvollen Auftrag für ihn bereit. In Idzumo hatte sich ein gewaltig starker Räuberhauptmann gegen den Kaiser aufgelehnt. Er hatte alle gegen ihn ausgesandten Truppen geschlagen und spottete in seinen Höhlen und Bergschluchten der kaiserlichen Macht. Yamatodake aber sagte, er allein mache sich anheischig, den Räuber zu besiegen, und zog in der Tat ohne alle Begleitung gegen ihn aus. Er wollte denselben aber wiederum nicht mit Gewalt der Waffen allein, sondern mit Hülfe der List besiegen. Aus diesem Grunde legte er sich einen falschen Namen bei und gab vor, er wolle des Räubers Freund und Gefährte werden. So gelang es ihm, allmählich dessen Vertraue n zu erwerben und mit ihm wie mit dem besten Freunde zu verkehren. Als Yamatodake dies erreicht, fertigte er aus Holz ein nachgemachtes Schwert an und trug dasselbe statt einer wirklichen Waffe in seinem Gürtel. Als nun die beiden einstmals zusammen im Flusse gebadet hatten, bot der Prinz seinem Gefährten einen Tausch der Waffen an, und nachdem dieser ganz arglos das Anerbieten angenommen, wusste Yamatodake ihn zu einem Zweikampfe zu reizen. Der Räuber aber vermochte das Holzschwert nicht zu ziehen und ward ohne alle Mühe von seinem Gegner niedergemacht.

Auch nach dieser Tat hatte Yamatodake keine Ruhe, denn nun trug ihm sein Vater auf, den Osten der Insel Nippon unter seine Botmäßigkeit zu bringen. Er gab ihm zu dem Behufe den Oberbefehl über ein großes Heer, gab ihm tapfere und erprobte Unterbefehlshaber mit und schenkte ihm zum Zeichen seiner Feldherrnwürde einen gewaltigen Speer, den nur er selber zu schwingen vermochte. Yamatodake aber wußsse nur zu gut, dass alle diese Ehren durch des Vaters Wunsch veranlasst waren, ihn los zu werden, und so begab er sich vor seinem Aufbruch in den berühmten Tempel von Ise, dessen Oberpriesterin seine geliebte Tante Yamatohime war, und klagte ihr sein bitteres Leid. „Kaum bin ich von einer gefährlichen Unternehmung heimgekehrt,“ sagte er, „so hat mein Vater schon eine neue für mich in Bereitschaft. Von Idzumo glücklich wiedergekommen, muss ich nun an der Spitze eines Heeres in die weite Ferne, um die wilden Stämme des Ostens zu bezwingen. Und so wird es wohl fortgehen, bis ich tot bin.“ Yamatohime suchte vergebens ihn zu trösten und als er unter fortwährenden Klagen von ihr Abschied nahm, gab sie ihm das berühmte Wolkenschwert des Sosanoo, das sie im Tempel als Heiligthum in Verwahrung hatte, und zugleich ein Täschchen mit. Dies Täschchen, sagte sie, solle er nur dann öffnen, wenn er sich in äußerster Not und Lebensgefahr befände.

So zog denn Yamatodake aus und kam zunächst nach Owari, wo er noch freundlich aufgenommen ward und bei einer schönen Prinzessin, Namens Miazu, einkehrte. Er gedachte auch, sie zu heiraten, verschob es aber bis zu seiner Rückkunft und begnügte sich damit, sich ihr feierlich zu verloben. Dann ging es weiter nach Osten, und überall besiegte und unterwarf der gewaltige Held nicht nur die Scharen der Wilden, sondern auch die rebellischen Landesgötter, die sich ihm entgegen stellten, auf Berg und Tal.

So gelangte er in die Landschaft Sagami. Hier aber suchte ihn der Herrscher der Gegend durch Hinterlist zu Grunde zu richten. Er wies dem Yamatodake ein ödes Moor, in dem sich eine rebellische Gottheit aufhalten sollte, ein böser Geist von ganz besonderer Kraft und Macht. Yamatodake zögerte keinen Augenblick, zum Kampfe mit dieser Gottheit auszuziehen. Kaum aber befand er sich in dem dichten Gestrüppe des Moores, als der verräterische Fürst dasselbe ringsum anzündete und in hellen Brand setzte. Von allen Seiten drangen die Flammen auf Yamatodake ein, und dieser sah wohl, dass er in eine böse Falle geraten sei und dass es ihm ans Leben gehe.

Er öffnete daher die Tasche, die ihm seine Tante Yamatohime geschenkt hatte. Darinnen sah er nichts als ein Feuerzeug. Er wusste indessen sogleich, was er damit zu tun habe. Er mähte erst mit Schwerte das brennende Gras ab, soweit er konnte, um Raum zu gewinnen, dann aber machte er mit dem Feuerzeuge selbst ein Feuer an, durch dessen göttliche Kraft er das andere Feuer zurücktrieb. So entrann er glücklich der Gefahr und vernichtete danach das ganze Geschlecht des hinterlistigen Herrschers und zerstörte seine Wohnsitze. Das Wolkenschwert des Sosanoo aber erhielt seitdem den Namen Grasmäher zum Andenken an die wunderbare Errettung des Helden Yamatodake.

Als er von dort weiter zog und an die See von Haschirimidzu, an die nachmalige Bucht von Tokio, gelangte, war er genötigt, zu Schiff zu steigen, um weiter nach Osten zu gelangen. Hierbei kam er abermals in große Gefahr, denn der dortige Meeresgott war sehr aufgebracht gegen ihn, weil er spottend gesagt hatte, diese Überfahrt sei ein leichtes, und auf diese Weise den Gott missachtet hatte. Die Wogen türmten sich gewaltig und drohten das Fahrzeug, in welchem Yamatodake saß, zu verschlingen. Da aber opferte sich seine heißgeliebte Gattin Tatschibana für ihn; denn sie sah wohl, dass der Meeresgott sich ohne ein Menschenleben nicht zufrieden geben wollte. Sie ließ Felle und seidene Decken auf die Wogen legen und setzte sich darauf. Sogleich glättete sich die See; die Prinzessin sang noch, zu ihrem Gatten gewandt, ein Abschiedslied, dessen letzte Worte waren: „So sollst du stets gerettet werden, o Geliebter, aus den Fluten wie aus den Flammen, die im Moor von Sagami dich umringten!“ Dann sah man nichts von ihr wieder als ihren Kamm, den die Wogen nach sieben Tagen, zum Zeichen, dass der Meeresgott ihr Opfer gnädig angenommen, ans Ufer spülten. Derselbe ward nachmals in einem prachtvollen Mausoleum aufbewahrt.

Nachdem Yamatodake nun überall die Yebizu, die Barbaren des Ostens, bezwungen und alle wilden Gottheiten der Berge und Ströme, die er auf seinen Wegen traf, zum Gehorsam gebracht hatte, machte er sich auf den Rückweg. Ungefährdet kam er auch bis zum Aschigarapasse, der von Sagami nach Suruga führt und nicht weit vom Fujiyama belegen ist. Am Fuße dieser Passhöhe hielt er sein Mahl, als die Gottheit des Berges in Gestalt eines weißen Hirsches ankam und vor ihm stehen blieb. Yamatodake versah sich von dieser Erscheinung nichts Gutes, begnügte sich aber, einen Stengel wilden Lauches zu nehmen und damit nach dem weißen Hirsche zu werfen. Er traf ihn ins Auge und war sehr erstaunt, als nun der Hirsch tot zu Boden stürzte: die dem Lauche innewohnende Heilkraft hatte den bösen Geist vernichtet und seine Anschläge vereitelt.

So schritt Yamatodake ohne Hindernis bis auf die Höhe des Passes. Droben angelangt, erblickte er das Meer und rief, indem er dreimal tief aufseufzte: „Adzuma!“ Das heißt nämlich: mein Weib, und so rief er, weil der Anblick des Meeres ihm das unglückliche Ende der Tatschibana wieder lebhaft ins Gedächtnis rief. Nach diesem seinem Worte aber heißt noch jetzt das ganze Land ringsumher Adzuma.

Auf dem ferneren Rückwege kam Yamatodake nach Schinano, wo er einen siegreichen Kampf mit dem Berggott des Schinano-Passes bestand, dann aber nach Owari, wo er sein Versprechen löste und die Prinzessin Miazu heiratete. Nun aber war es. als sei sein guter Stern erloschen, denn als er abermals auszog, um den mächtigen Berggeist des Ibuki, auf der Grenze der Landschaften Omi und Mino, zu bekriegen, hatte er in törichtem Übermute sein göttliches Schwert in Miazu’s Palaste zurückgelassen und rühmte sich: „Diesen Berggott will ich mit unbewaffneter Hand besiegen!“ Als er nun den Hang des Berges hinan klomm, kam ihm ein ungeheurer weißer Wildeber entgegen, so groß wie ein Stier. In unbegreiflicher Verblendung ließ er diesen Eber ungehindert vorüberziehen, indem er ihn für einen der dienenden Geister des Berggottes hielt, und rief: „Diesen Boten des großen Geistes vom Iburi will ich jetzt nicht töten, sondern bei meiner Rückkehr.“ Der Eber war aber der Berggott selber, und so verpasste Yamatodake die ihm gebotene gute Gelegenheit, den bösen Geist in offenem Kampfe zu überwinden. Derselbe entschlüpfte in die dichten Gebüsche und vermochte von dort aus alle seine Zauberkünste gegen den Helden aufzubieten. Dieser schritt gleichwohl mutig immer weiter bergan und war schon dem Gipfel nicht mehr fern, als der Berggott Eis in großen Massen auf ihn herabregnen ließ. Yamatodake wurde davon betäubt; er wusste nicht aus noch ein und musste sich zur Umkehr entschließen. Zwar kam er glücklich unten an, und seine schwindenden Kräfte wurden durch eine frische Quelle wieder gekräftigt, welche zum Danke dafür bis auf den heutigen Tag die neubelebende heißt; auch kam ihm ein guter Geist in Gestalt eines weißen Hundes entgegen und wies ihm den richtigen Weg. Allein sein Spähen und Suchen nach dem Berggeiste war umsonst. Er war und blieb um den Sieg betrogen, und zugleich war sein Leben verwirkt. Von Stund an ward er schwach und matt. Er, der sonst vermeint, er könne bis über die Wolken fliegen, klagte, dass er kaum noch gehen könne, dass seine Füße ihn oft ganz und gar im Stiche ließen.

Mühsam kam er so bis zum Vorgebirge von Otsu und hier hatte er nochmals eine kurze Freude. Er lagerte unter einer einsamen Fichte, an der nämlichen Stelle, wo er einst beim Auszuge geruht und sein Mittagsmahl gehalten hatte. Traurig gedachte er jener Zeit, wo er noch in voller Kraft hier geweilt, und da fielen seine Blicke auf ein Schwert, das an den Zweigen der Fichte hing. Es war sein eigenes Schwert, das er bei seiner ersten Rast hier getragen und, um besser ruhen zu können, abgelegt und mit eigener Hand an den Baum gehängt hatte. Da sang er, zu der Fichte gewandt: „O du einsame Fichte von Otsu, Stolz dieses Landes, mein teurer Bruder! Wärest du ein Mann, gern gäbe ich dir mein Schwert, das du so treu bewahrtest, ich gäbe dir mein Gewand, o geliebter Bruder, du einsame Fichte!“

Als er nun aber aufbrach, war er kränker und hinfälliger denn je zuvor. Noch einmal ergriff er die Laute und sang ein Lied voll Sehnsucht nach seiner teuren Heimat Yamato, die er, obwohl sie nun schon so nahe sei, doch nimmer wiedersehen werde. Kaum hatte er den Sang beendet, so verschied er. Ein Bote ward sofort mit der Trauerbotschaft an seinen Vater abgesandt.

Yamatodake’s Frauen und Kinder kamen darauf alle herzu und errichteten ein Grabmal in Form eines großen Hügels, das sie klagend umstanden. Der Tote selber aber ward nach seiner Beisetzung in einen Seestrandläufer von riesiger Größe und von weißer Farbe verwandelt. Er schwang sich aus dem Grabhügel empor gen Himmel und nahm seinen Flug dem Meeresstrande zu. Seine Angehörigen versuchten ihm nachzueilen, wurden aber durch hohes Bambusgras behindert und konnten nur von Ferne ihm nachblicken und ihre Klagelieder anstimmen. So ging es fort und fort, bis sie ans Meer kamen. Hier blieb der Vogel am Strande und zog, immer das Ufer entlang, weit, weit fort und war alsbald ihren Augen entschwunden. Das Grabmal aber hieß seitdem das des weißen Vogels.

Der Kaiser Keiko überlebte seinen Sohn Yamatodake noch um zwanzig Jahr; als er starb, folgte ihm einer der Brüder des dahingeschiedenen Helden, der Kaiser Seimu. Dieser aber hinterließ nach längerer Regierung den Kaiserthron dem ältesten Sohne des Yamatodake, dem Tschuai, auf welchen wiederum seine Nachkommen folgten. Und so sind alle späteren Kaiser Japans Abkömmlinge des Yamatodake, des gefeierten Lieblingshelden des japanischen Volkes.

 
* Ich bleibe hier mal bei der Schreibweise von Hrn. Brauns, da es ja überhaupt sein Wortlaut ist. Und sein Geburtsname war übrigens Ousu no mikoto – laut wiki.
** ‚Held von Yamato‘ ist die Übersetzung von Yamato Takeru, das heißt er bekommt eigentlich erst hier diesen Ehrentitel, den Hr. Brauns aber fröhlich von Anfang an verwendet. Vielleicht um die Leser mit nicht zu vielen fremden Namen zu überfordern.

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Es gibt übrigens die Theorie, dass die Sage um Yamato Takeru und die Arthur-Legende aus derselben vorderasiatischen Quelle stammen. Als Zeichen der Verwandtschaft gelten offenbar die magischen Schwerter.

Zugegeben, ich kenne mich weder mit der Arthur-Sage noch mit japanischen Legende aus, aber naja. Solche Heldensagen gibt es in jedem Winkel der Erde und magische Utensilien gehören sozusagen dazu. Dass in Japan und England – in deren kriegerischen Kulturen jeweils Schwerter eine zentrale Rolle spielten – es nun gerade Schwerter sind, erscheint mir eher folgerichtig. Ich meine, wenn nun in einer mongolischen Heldensage auf einmal gleich zwei Schwerter aufpoppen würden, das wäre erstaunlich, aber so? Oder was meint ihr?

 

Textquelle: Japanische Märchen und Sagen. Von David Brauns, Professor an der Universität Halle. Leipzig: Verlag von Wilhelm Friedrich, kgl. Hofbuchhändler 1885, S. 185-193.
Bildquelle: Darstellungen Yamato Takerus von Utagawa Kuniyoshi (1798–1861) und Tsukioka Yoshitoshi (1839–1892)

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