5.4 Die Büffelkuh und das Fischlein

Kein Märchenbesuch in fernen oder auch nicht so fernen Ländern ohne mindestens ein Tiermärchen. Und dieses erinnert mich – aber lest erst einmal selbst…

Die Büffelkuh und das Fischlein

Einmal kam eine große, große Büffelkuh an ein kleines Bächlein, um zu trinken. Sie hatte einen unersättlichen Durst und soff ohne Aufhören. In dem Bächlein aber wohnte ein klein winziges Fischlein, das war immer sehr lustig, hüpfte und sprang und spielte mit den glitzerigen Steinchen. Es fürchtete nun, die Büffelkuh werde ihm das Wasser alles saufen und rief ihr zu: „Warum säufst du so viel? Soll ich hier auf trockenem Sande bleiben und umkommen? Höre auf, nicht dass ich über dich komme!“

Aber die Büffelkuh spottete und brummte: „Boah! du kleiner Schnips, ich werde mich gleich vor dir fürchten! Sorge, dass ich dich nicht verschlinge!“ Und soff fort und fort bis kein Wasser im Bächlein war. Da ward das Fischlein sehr, sehr zornig, sprang heraus und verschlang mit einemmal das ganze große Tier.

Riemenfisch

Klein, sagen sie? Aber oho!

Nicht wahr, es geschah der Büffelkuh recht? Warum hat sie dem armen Fischlein alles Wasser gesoffen und hat es dazu noch verspottet?

 

*******

Wie großartig ist das, oder? Ich musste gleich an die Geschichte vom Elefanten und den Ameisen denken, wo der Elefant immer den Ameisenhügel zertrampelt. Und weil genug genug ist, stürzen sich die kleinen Kerle dann auf ihn. Der Elefant schüttelt alle ab. Alle? Nein, eine Ameise sitzt im Nacken und seine Kumpels rufen: „Würg ihn, Erwin! Würg ihn!“ (Okay, meine Oma und meine Schwester können das beide besser erzählen). Es gibt auch – natürlich – ein mongolisches Tiermärchen zum Thema, aber das erzähle ich ein andernmal.

Aber Erwin kann ja nun den Elefanten nicht fressen. Das erinnert mich dann an Nibbler aus Futurama, ein kleines außerirdisches… nun ja, Haustier mit viel Hunger und sehr dehnbarem Kiefer, aber seht selbst – ab 00:42 – hier.

 

Textquelle: Deutsche Volksmärchen aus dem Sachsenlande in Siebenbürgen gesammelt von Joseph Haltrich, Professor am evangelischen Gymnasium zu Schätzburg. Berlin: Verlag von Julius Springer 1856, S. 328.
Bildquelle: Zeichnung eines gestrandeten Riemenfisches, der im Seemannsgarn wohl zum Seemonster wurde)

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