Willkommen beim Märchensammler!

Hallo zusammen!

Und herzlich willkommen in meinem Märchenblog, der nach fieberhafter Vorbereitung meinerseits nun morgen mit dem ersten Märchen online gehen soll. Kein Aprilscherz!

Ich schreibe eigentlich gerade noch viel fieberhafter an meiner Dissertation, aber habe beschlossen, es braucht einen Ausgleich zu grausigen politischen Reden und im Moment noch grausigeren Romanen. Und was könnte da besser sein als Märchen, die vielleicht gruselig aber nicht grausig-schlecht sind, sondern schön, lustig, nachdenklich.

Und nach dem Motto geteilter Spaß ist doppelter Spaß soll es also diesen Blog geben. Die Idee ist folgende: Jede Woche ist einem bestimmten Thema gewidmet – einem Land, einem Märchentyp oder eher einem Konzept. Was gerade Thema ist und als nächstes sein wird, könnt ihr rechts sehen.

 Feuerbachs MärchenerzählerJa, und zu diesem Thema gibt es dann hier jeden Tag ein Märchen – oder natürlich eine Legende, eine Fabel, eine Sage… – zu lesen. Oder falls ein Märchen sehr lang ist, gibt es auch mal jeden Tag einen Teil, sozusagen als Fortsetzungs-Märchen. Was aber ja der Realität mündlichen Erzählens durchaus nahekommt. In diesem Sinne gibt es auch noch gratis dazu meine Kommentare, Gedanken, Assoziationen.

Ich bemühe mich um eine bunte Mischung an Themen und Herkunftsländern. Und verspreche, lebendiger zu sein als mein irgendwie sehr gelangweilt aussehendes Pendant in Anselm Feuerbachs Märchenerzähler.

Ich bin aber eh eher der wild gestikulierende Typ à la Konrad Grobs Vertreter der Menschengattung Erzählung und hoffe also, dass ich denn auch ein entsprechend gefesseltes Publikum produziere. ;D

 Konrad Grobs The Recitator

Werde dafür ab morgen mein Bestes geben und freue mich auf eure Kommentare, Anregungen, Märchenwünsche!

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4 Gedanken zu „Willkommen beim Märchensammler!

  1. glottafix

    Ich habe zufällig gerade diesen Blog gefunden und bin bass erstaunt und erfreut darüber. Ich habe doch insgesamt einen ganz ähnlichen Werdegang, wenn bei mir auch der Orient und nicht so sehr die Mongolei Ausgangspunkt war und ist. Schade nur, dass dieser Blog, auch wegen des Vorerwähnten, arg unpersönlich ist. Aber natürlich verstehe ich, dass man im Leben häufig nicht darum herumkommt, Schwerpunkte zu setzen. Genau aus diesem Grund ziehe ich ja auch allerfrühestens nach der Rente, was noch ein gewaltiges Stück hin ist, durch Wüste und Urwald, um da Märchen zu sammeln… tja, Pech gehabt, mindestens 200 Jahre zu spät geboren!
    Und nächste Woche soll es wirklich um Albanien gehen? Mir fällt da ganz spontan die Bukura e Dheut (Schöne der Erde) ein. Vielleicht lässt sie sich da ja auch blicken 😉

    Antwort
    1. berlinickerin Autor

      Das kannst du wohl sagen – Pech gehabt. Hach, im 19. Jahrhundert, wo man hätte sammeln und edieren dürfen. Obwohl es natürlich auch nicht nur zuckerschlecken war.
      Und es ist tatsächlich eine bewusste Entscheidung, hier die Märchen in den Vordergrund zu stellen und nicht so sehr mich. Auch wenn mir das gelegentlich (v.a. bei den mongolischen Tiermärchen) entgleitet. Grundsätzlich sind die Märchen hier aber sozusagen meine persönlich und sehr subjektive Leseliste.
      Vielleicht hast du ja Lust, mal deine persönlichen Libelingsmärchen aus dem orientalischen Raum vorzustellen?

      Antwort
      1. glottafix

        Das kann ich gern tun, im Moment muss es allerdings noch etwas warten, weil ich gerade am Koffer packen bin.
        So ganz einfach ist es mit dem Orient im engeren Sinne übrigens nichts. Abgesehen einmal von so etwas wie 1001 Nacht ist es als Fremdkörper manchmal problematisch, dort an authentische Kultur zu kommen, obwohl so etwas – wenn auch wie überall im Schwinden begriffen – in der ländlichen Bevölkerung durchaus noch lebt. Ich hatte diesbezüglich in den 90ern einmal unliebsame Erfahrungen mit einem Museum in Katar, das so etwas wie eine „zentrale Verwaltung“ der Kultur in der Golfregion ist.
        Mir persönlich liegt es vor allem, in den Hintergründen solcher Überlieferungen herumzustochern. Dafür sind ja so etwas wie Sagen meist ergiebiger als Märchen. Schöne und unbekannte Dinge gibt es im Jemen oder auch in Marokko (z.B. Aisha Qandisha oder der Boujeloud von Joujouka) zu entdecken, wo es etwas weniger orthodox zugeht. Und etwas über den engeren Raum hinaus, finde ich alles sehr interessant, was sich in Myanmar mit dem Zentrum auf dem Mount Popa um die Nats rankt und dort noch sehr lebendig, wenn auch leicht buddhistisch überwuchert ist.
        Und nicht zu vergessen Chidher (oder Al-Chidr = der Grüne), eine im islamischen Raum stark verehrte und viel diskutierte, ziemlich mystische Gestalt. Der Lehrer von Moses, der auch die Unsterblichkeit verleihende Quelle des Lebens fand (ähnelt teilweise ein bisschen dem „Flut“-Helden Ziusudra/Atrahasis/Utnapischtim/Noah, zum Beispiel aus dem Gilgamesch-Epos). Friedrich Rückert hat Chidher in einem Gedicht verewigt.
        So etwas eben. Konkretes später, obwohl es sich vielleicht doch etwas von deinen Märchen unterscheidet. Ich rufe dann. Wenn ich das nur recht laut tue, müsste man das hören als Berlinickerin.

        Antwort
        1. berlinickerin Autor

          Das fände ich eh viel spannender, etwas ab von den ‚ausgetretenen‘ Pfaden der Märchen z.B. aus 1001 Nacht. Und Sagen, Legenden, Fabeln – alles mehr als willkommen. Ich freue mich schon auf deine Auswahl und darauf, etwas ganz Neues kennenzulernen. Hui.
          Abgesehen davon ist es mit dem Schwinden der eigentlichen mündlichen Tradition ja auch in Europa nicht unähnlich. Die Forscherherren des 19. Jahrhunderts haben da ja gerne stark selektiert und geglättet.
          Aber ja – dir ihr erstmal eine gute Reise und wir ‚lesen‘ uns dann, wenn du wieder da bist und Nerv und Zeit hast für ein paar Märchen/Sagen.

          Antwort

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